Deutschland-debakel: hummels fordert umbruch nach neuer wm-pleite

Schock in der Fußball-Nation: Deutschland ist beim WM-Turnier in Paraguay in der Sechzehntelfinal-Runde ausgeschieden – und das nach Elfmeter-Drama (4:5 n.E.). Für die DFB-Elf ist es die dritte Enttäuschung in Folge bei einem Großturnier, und die Kritik wächst. Ex-Weltmeister Mats Hummels sieht dringenden Handlungsbedarf.

Die bilanz ist alarmierend: seit 2016 kein starkes turnier

Die bilanz ist alarmierend: seit 2016 kein starkes turnier

Die Niederlage gegen Paraguay ist nur die Spitze des Eisbergs. Hummels, der auch bei MagentaTV analysierte, sprach Klartext: „Auf der verantwortlichen Seite schreit es schon irgendwie nach Konsequenzen. Das kann ich nicht anders sagen.“ Die Heim-EM, die Heim-Nations-League und nun dieses frühe Aus – die Bilanz der letzten Turniere ist erschreckend. Die EM 2024 gegen Spanien (1:2 n.V.) mit dem umstrittenen Elfmeter von Cucurella nagt weiterhin an den Nerven, aber auch die Leistungen davor waren, wie Hummels betont, „enttäuschend“.

„Deswegen muss das ein Thema sein. Sowohl vom Bundestrainer selbst aus, als auch vom Verband. Zumindest müssen Gespräche darüber geben, das kann nicht anders sein. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport“, mahnt der Innenverteidiger. Die Frage ist: Wie geht es nun weiter? Hummels glaubt, dass einige Spieler nach diesem weiteren Misserfolg ihre Karriere in der Nationalmannschaft beenden könnten. „Auf Spielerseite kann ich mir schon vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden. Und dann muss man vielleicht auch an Entscheidungen ran, die Spieler betreffen, die jetzt vielleicht erst Anfang 30 sind, aber schon bei vier, fünf, sechs Turnieren die Chance verpasst haben, für Deutschland ein gutes Turnier zu spielen oder gute Ergebnisse zu erzielen.“

Die Ursachen liegen tief: Seit dem Scheitern bei der EM 2016 fehlt es Deutschland an Konstanz und spielerischer Überzeugungskraft. „Weil es für mich kein Zufall ist, dass eben seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist“, erklärt Hummels. Er fordert harte Entscheidungen, sowohl vom Bundestrainer als auch von den Spielern selbst. „Das fängt in erster Linie mit den Spielern an, weil wir hatten verschiedene Trainer dazwischen. Und da erwarte ich auch von einigen, dass sie selber sagen, ich mache nicht mehr weiter.“

Jürgen Klopp, der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund und aktueller Coach des FC Liverpool, stimmte Hummels' Analyse zu. „Mats hat recht und es klingt brutal. Wir reden über ein Jahrzehnt“, kommentierte Klopp die Situation. Ein Jahrzehnt der Enttäuschung, das nun zu einem radikalen Umbruch zwingt, wenn Deutschland wieder zu einer ernstzunehmenden Nation im internationalen Fußball werden will.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die DFB-Elf aus diesem bitteren Kapitel ziehen wird. Die Fans fordern frischen Wind und eine neue Strategie – die Zeit des Abwartiens ist vorbei.