Deutschland verweigert paralympics-eröffnung: boykott statt einmarsch
Keine Fahnen, keine Handschläge, kein Applaus. Der Deutsche Behindertensportbund (DBS) lässt die Eröffnungsfeier der Paralympics 2026 sausen – und schickt statt Sportlern nur ein 90-Sekunden-Video ins Amphitheater von Verona.
Die begründung klingt nach plan – und nach protest
Marc Möllmann, Sportdirektion im DBS, nennt zwei Gründe: Wettkampfkalender und Solidarität. „Am Folgetag geht’s direkt los“, sagt er im ARD-Mittagsmagazin. Dahinter steckt aber ein politischer Ruck. Russische und belarussische Athleten dürfen unter eigener Flagge starten – das knallt gegen die Kante deutscher Moral.
Die Kehrtwende kam über Nacht. Noch am Montag hieß es: Wir marschieren mit. Dienstag, 18:42 Uhr: keine deutschen Stiefel in der Arena. Auch Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein bleibt fern. Sie teilt den Unmut, nicht die Halle.

Die athleten halten sich bedeckt
Maximal zwei Starter hätten einlaufen dürfen. Keiner meldete sich. Längere Anreise, beengte Kontingente, kalte Schulter. Stattdessen landet ein Clip in der Show – produziert, geschnitten, abgehakt. Live-Emotion? Fehlanzeige.

Podiumsszenarien, die niemand will
Andrea Eskau, fünfmal Gold, fürchtet den Albtraum: „Eine junge Russin neben einer Ukrainerin auf dem Podest, dann läuft die russische Hymne.“ Ihre Stimme zittert im WDR2-Interview. Sie wünscht den Gegnerinnen nichts Böses, aber sie weiß: Ein Foto mit Tränen geht um die Welt.
Die Paralympics beginnen am Samstag. Die ersten Rennen schießen los, bevor die letzten Feuerwerkskracher der Feier verglühen. Die deutsche Delegation sitzt in den Dörfern, nicht auf den Rängen. Ihre Botschaft ist klar: Wir sind hier, um zu gewinnen – nicht, um zu applaudieren, wenn die falsche Flagge weht.
