Deutschland verpasst team-podest zum saisonfinale – 18 jahre warten ohne ende
Planica – Aufwind, Kopfschütteln, vierte Wand. Die deutschen Skispringer haben beim letzten Teamwettbewerb der Saison wieder nichts gerissen: 36 Meter fehlten zum Podest, 18 Jahre seit dem letzten Mal ohne Top-3-Rang in einer kompletten Weltcup-Saison. Österreich jubelt, Japan folgt, Norwegen kassiert Bronze – Deutschland steht mit leeren Händen da.
Der Wind pustete heftig über die Letalnica, als Andreas Wellinger als letzter deutscher Starter ins Ziel kam. 230 Meter im ersten, 226,5 Meter im zweiten Durchgang – persönlich stark, kollektiv zu schwach. „Vierter werden ist sehr schade. Aber für mich war es ein positiver Tag“, sagte er und klang wie ein Mann, der die Quittung für ein ganzes Winterkapitel in der Hand hält.
Die zahlen, die niemand hören will
1374,7 Punkte – das reichte nur zu Rang vier. Dahinter steckt eine Bilanz, die schmerzt: Letztmals ohne Team-Podest blieb der DSV in der Saison 2007/08, als es gerade drei Bewerbe gab. Diesmal liefen fünf Springen, doch keines endete auf dem Treppchen. Auch bei der Flug-WM in Oberstdorf wurde Platz vier – Silikon statt Medaille. Und das „Super-Team“ in Cortina? Ein Format, das niemand bestellt hatte.
Die Entlassungsstimmung um Stefan Horngacher wird dadurch nicht leiser. Der scheidende Bundestrainer erlebte am vorletzten Wettkampftag seiner Amtszeit, wie seine Truppe erneut den Anschluss verpasste. Philipp Raimund, Severin Freund, Wellinger – sie alle sprangen weit, aber nicht weit genug, um die Lücke zu schließen, die Österreich mit 1439,5 Punkten vorlegte.

Prevcs schreckmoment und die frage nach der zukunft
Alle Augen ruhten auch auf Domen Prevc. Der Slowene war am Freitag noch Einzelsieger, im Probedurchgang rutschte er beinahe in den Abgrund – 80 Meter statt 254,5 Meter, Rekordweite aus dem Vorjahr. Glück im Unglück, doch auch im Wettkampf zitterte er, was Letzteres für die slowenische Mannschaft bedeutete: nur Rang fünf.
Am Sonntag (10.00 Uhr, Liveticker) steht das Einzelfinale der besten 30 Springer an. Für Deutschland ist die Saison gelaufen, die Konsequenzen noch nicht. Kein Podest in Sicht, aber ein Sommer voller Fragezeichen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob 18 Jahre Warten nun endet – oder ob sie erst richtig beginnen.
