Deutschland tastet beim wm-test in chicago vor: neuer-fragezeichen & angriffsoffensive!
Chicago – Die Luft knistert vor Spannung! Julian Nagelsmann und seine Mannschaft stehen kurz vor dem letzten großen Test vor dem WM-Start in Katar. Am Samstagabend (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) empfängt die DFB-Auswahl im ausverkauften Soldier Field die USA – ein Duell, das mehr als nur ein freundschaftliches Spiel ist. Es geht darum, die letzten Zweifel zu zerstreuen und den Turbo für den Turnierbeginn einzuleiten.
Nagelsmann: „emotionen aufsaugen und im turnier ankommen“
Der Bundestrainer hat bereits klargestellt: Die Anfangsformation gegen Curacao am 14. Juni in Houston soll vorgegeben werden. Die Zeit der Experimente ist vorbei. Nagelsmann will im Duell gegen den Co-Gastgeber der WM eine Atmosphäre schaffen, die an den Ernstfall erinnert. „Es geht darum, die Emotionen aufzusaugen und im Turnier anzukommen“, betonte er vor dem Spiel. Die Erwartungen sind hoch, und das nicht nur an der Seitenlinie.
Neuer-Dilemma: Kann der Rückkehrer antreten?
Ein Schatten liegt jedoch über der Vorfreude: Manuel Neuer. Der Kapitän befindet sich weiterhin im „Belastungsaufbau“ nach seiner Wadenverletzung. Ob der viermalige Weltmeister in Chicago überhaupt zwischen den Pfosten stehen wird, ist ungewiss. Sein Ausfall würde der Mannschaft einen herben Schlag versetzen, aber die Verantwortlichen betonen, dass die Gesundheit des Torwarts oberste Priorität hat.

Havertz als sturmanker: das gefürchtete dreigestirn
Doch auch ohne Neuer wollen die Deutschen zeigen, was in ihnen steckt. Julian Nagelsmann scheint sich auf eine neue Angriffsformation festzulegen: Kai Havertz im Sturmzentrum, flankiert von Florian Wirtz und Jamal Musiala. Dieses Dreigestirn soll für Gefahr sorgen und die gegnerischen Abwehrreihen vor eine schwere Aufgabe stellen. Deniz Undav, der beim Sieg gegen Finnland noch mit zwei Toren brilliert hatte, muss sich wohl geschlagen geben.
„Wir müssen als Mannschaft funktionieren“, forderte Havertz, der von Nagelsmann eine klare Einsatzgarantie erhalten hat. „Einer spielt mehr, einer weniger. Aber jeder muss da sein, wenn er gebraucht wird.“ Ein starker Teamgeist ist entscheidend, und genau dieser scheint in der deutschen Mannschaft zu herrschen. Acht Siege in Folge sprechen für sich, auch wenn die bisherigen Gegner keine Weltklasse-Teams waren.
Die USA, angeführt vom ehemaligen Dortmunder Christian Pulisic, werden diesen Anspruch auf die Probe stellen. Nagelsmann bezeichnete die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino als eine „top Mannschaft“ und sieht im Test eine gute Vorbereitung auf das erste Gruppenspiel gegen Curacao. Die Atmosphäre, der Platz und die Umstände sollen die Spieler an den WM-Alltag gewöhnen.
Oliver Baumann wird voraussichtlich im Tor stehen, während sich vor ihm die etablierte Viererkette mit Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Raum auf den WM-Einsatz vorbereitet. Im Mittelfeld haben Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha derzeit die Nase vorn, während in der Offensive die Entscheidung zwischen Lennart Karl und dem von Nagelsmann gelobten Leroy Sané noch aussteht. Sané soll mit seiner „unfassbaren Dynamik“ das deutsche Spiel beleben.
Letztlich zählt jedoch nicht die individuelle Klasse einzelner Spieler, sondern die Fähigkeit, als Team zu agieren. „Es gibt Nationen, die von den Namen vielleicht noch einen Tick besser aufgestellt sind als wir“, so Tah. „Aber ich glaube nicht, dass am Ende die Namen zählen, wenn es darum geht, ein Turnier zu gewinnen.“ Die deutsche Mannschaft hat das Potenzial, alles zu erreichen – wenn sie in ihren Flow kommt und ein Momentum bekommt. Das wird sie gegen die USA beweisen wollen.
Die Amerikaner, auf die große Hoffnungen ruhen, verlassen sich in vielen Dingen auf ihren Star Christian Pulisic. „Wenn wir ihn brauchen, wird er da sein“, so Weston McKennie. Ob dies ausreicht, um die deutsche Abwehr zu knacken, wird sich zeigen.
Die Partie in Chicago ist mehr als nur ein Testspiel. Sie ist ein Spiegelbild der Entschlossenheit und des Selbstvertrauens der deutschen Mannschaft vor dem größten Fußballturnier der Welt. Die Zeichen stehen gut für einen erfolgreichen WM-Auftritt – aber der Weg ist noch lang.
