Deutschland schickt minikader nach torun – die wm ohne sprintstars
13 Athleten, keine Sprinter, keine Mihambo: Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat für die Hallen-WM in Torun ein Aufgebot nominiert, das eher an ein Regionalliga-Team erinnert als an eine Medaillen-Maschine. Führungsfigur: Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye – und das war’s auch schon.
Ogunleye und farken müssen die last tragen
Ogunleye, aktuell Nummer drei der Weltjahresbestenliste, holte 2024 in Glasgow Silber. Robert Farken, WM-Sechster über 1500 Meter, ist das einzige andere Medaillen-Pferd im Stall. Die Sprinter bleiben zu Hause, um sich auf die Sommersaison vorzubereiten – ein Luxus, den man sich leistet, wenn man keine kurzfristigen Medaillen verspricht. Malaika Mihambo? Fehlt. Ohnehin kein Hallen-Star, aber ein Name, der Zuschauer in die Halle lockt.
Die Botschaft von Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport, klingt wie ein Schulterschluss vor dem Sturm: „Unser Team ist ein guter Mix aus jungen und erfahrenen Athletinnen und Athleten.“ Übersetzt: Wir haben nicht genug Altstars, also hoffen wir auf Talente. Die letzte Hallen-WM endete mit einer einzenn deutschen Medaille – Bronze für Mehrkämpfer Till Steinforth. Mehr ist offenbar nicht drin.

Torun als testlauf für birmingham
Die Titelkämpfe in Polen gelten als Härtetest vor der Sommer-EM in Birmingham. Doch mit nur 13 Nominierten wirkt der Test eher wie ein Probedruck auf dem heimenvier: 800 Meter: Malik Skupin-Alfa und Alexander Stepanov. Weitsprung: Luka Herden. Siebenkampf: Manuel Eitel. Bei den Frauen laufen Philina Schwartz über 60 Meter, Nele Weßel über 1500 Meter. Hochsprung-Frau Imke Onnen und Kugelstoßerin Katharina Maisch runden das Minimalensemble ab.
Die Frage ist nicht, ob Deutschland in Torun eine Medaille holt – sondern ob überhaupt jemand ins Finale kommt. Die Antwort liefert die Statistik: 2025 war Steinforth die Ausnahme, nicht die Regel. 2026 könnte die Regel wieder gelten: Starten, mitmachen, nach Hause fliegen. Sportlich ist das ehrlich. PR-technisch eine Katastrophe. Aber vielleicht ist genau das die Botschaft: Wer nichts erwartet, kann nur positiv überrascht werden.
