Deutscher k4 schlägt zurück: gold in brandenburg nach szeged-pleite
Die vier Maxe und Tom haben es getan. Nach dem fünften Platz in Szeged rissen Max Rendschmidt, Max Lemke, Jacob Schopf und der frisch gebackene Vater Tom Liebscher-Lucz in Brandenburg an der Havel die Weltcup-Konserve auf und paddelten sich in Olympia-Besetzung zum Saisonerfolg. Vor Ungarn und Australien. Punkt.
Windschatten der woche zuvor weggespült
Szeged war warm, flach und rückenwindverwöhnt – ein Spaßrennen. Brandenburg dagegen zeigte echte Kanu-Realität: 14 Grad Wasser, Querwind, keine Gnade. „Unsere Jungs haben das Mittelstück aufgerissen, als gäbe es kein Morgen“, sagte Bundestrainer Arndt Hanisch und klopfte sich selbst gegen das Visier seiner Basecap. Der Start war scharf, die Frequenz nach 250 Metern auf 48 Schläge hochgeschraubt – und niemand kam mehr vorbei. 1:18,94 Minuten lautete die neue Bestmarke des Jahres, fast zwei Sekunden schneller als in der Vorbereitung.
Was niemand auf der Anlage erwartete, lieferte kurz darauf Caroline Heuser. Die 19-jährige Hesse feierte im nicht-olympischen K1 über 1000 Meter ihren zweiten Weltcupeinsatz – und ihren ersten Sieg. „Ich wollte nur meine Bahn fahren, plötzlich war die Ziellinie da“, sagte sie und klang, als hätte sie eben schnell Milch geholt. Die Uhr stoppte bei 4:37,2 – persönliche Bestzeit, fünf Sekunden vor der Lettin.

Frauen-vierer holt bronze – und selbstvertrauen
Paulina Paszek, Nele Reinwardt, Pauline Jagsch und Finja Hermanussen mussten sich nur Spanien und Neuseeland beugen. Der dritte Rang schmeckt nach Metall, aber auch nach Luft nach oben. „Wir haben die erste 500er-Marke zu zögerlich genommen, das lässt sich reparieren“, sagte Paszek. Das Quartett tritt in neuer Besetzung an; erst drei gemeinsame Wochen stecken im Rücken, das Podest ist schon mal ein Anfang.
Der Weltcup zieht weiter nach Duisburg, doch für den deutschen Kanu-Verband zählt vor allem ein Satz von Hanisch: „Wir sind auf Kurs, aber Kurs bedeutet nicht Ziel.“ Die Taktik für den Sommer steht: mehr Rennkilometer, weniger Trainingspapier. Brandenburg war die Warnung an die Konkurrenz – wer den K4 schon abschrieb, liegt jetzt hinter ihm im Kielwasser.
