Deutsche ski-jäger verpassen historisches tief: nawrath verspielt podest-chance
Holmenkollen ist kein Ort für deutsche Träume. Philipp Nawrath schleppte sich mit vier Strafrunden ins Ziel, Justus Strelow schoss sich mit nur einem Fehler auf Rang neun – und trotzdem bleibt ein Beigeschmack, der bis in den Sommer reicht.

Die kristallkugel ist verliehen, der sieg nicht
Der 33-jährige Nawrath startete als Achter in die 12,5-km-Verfolgung, sah das Podest noch greifbar nah – und verlor 1:40 Minuten auf die Spitze. Strelow hingegen lief die Runde seines Lebens, blieb fast fehlerfrei, und dennoch: 2:30 Minuten Rückstand auf Sturla Holm Lägreid. Die Rechnung ist einfach: Selbst ein perfekter Tag reicht nicht mehr, wenn die Konkurrenz auf tiefem Geläuf wie auf Schienen läuft.
Lägreid rast im Fotofinish zu seinem fünften Sieg in Serie. Eric Perrot holt sich neben der großen auch die kleine Kristallkugel in der Verfolgung. Emilien Jacquelin komplettiert das französische Podest-Duo. Und Deutschland? Steht erstmals seit 1978 vor einer komplett sieglose Weltcup-Saison. Zwei Rennen sind noch zu haben – die Massenstarts am Sonntag (13.30 und 16.30 Uhr). Danach folgt eine achtmonatige Zwangspause, bevor am 26. November in Kontiolahti der nächste Anlauf beginnt.
Die Zahlen sind hart: Kein Sieg, kein Podest, keine kleine Kugel. Die deutschen Ski-Jäger müssen sich fragen, ob das Material, die Taktik oder einfach die Klasse fehlt. Die Antwort wird wehtun – egal, wie laut sie fällt.
