Deutsche kennzeichen: schlauer trick verhindert schimpfwörter!
Wer hätte gedacht, dass die scheinbar unscheinbare Gestaltung unserer Auto-Kennzeichen eine clevere Lösung für ein potenzielles sprachliches Problem birgt? Seit der Einführung des europäischen Systems im Jahr 2000 scheinen wir unbemerkt einem ausgeklügelten Trick auszuweichen, der peinliche und sogar beleidigende Wortkombinationen vermeidet.

Die geschichte hinter dem ungewöhnlichen verzicht auf vokale
Die Umstellung auf das vierstellige Zahlen- und dreibuchstabliche System war notwendig, um die regionale Bindung der Kennzeichen aufzulösen und ausreichend Kombinationen für die wachsenden Städte Madrid und Barcelona bereitzustellen. Aber es gab noch einen weiteren, entscheidenden Grund: Die Vermeidung von unerwünschten Wortbildungen. Denn die Kombination aus drei Buchstaben inklusive Vokalen könnte – und hätte – zu einer Vielzahl von mehr oder weniger anzüglichen Begriffen führen, wie beispielsweise PIS, ANO, SEX, FEO oder MEA. Ein solches Szenario hätte nicht nur zu öffentlichen Diskussionen geführt, sondern auch dazu, dass Käufer ihre Autokäufe verzögern oder sogar versuchen, den Zeitpunkt der Zulassung zu beeinflussen, um unerwünschte Kennzeichen zu vermeiden – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert.
Die Lösung? Ein simpler, aber effektiver Ausschluss: Vokale, das „Ñ“ und das „Q“ sind vom Kennzeichen-Alphabet ausgeschlossen. Während das „Ñ“ aufgrund seiner spezifischen Verwendung im Spanischen und möglicher internationaler Probleme ausgeschlossen wurde, liegt der Grund für den Verzicht auf das „Q“ in seiner visuellen Ähnlichkeit mit dem „O“, was zu Verwechslungen führen könnte. Aber es geht um mehr als nur die visuelle Unterscheidung. Die Entscheidung wurde auch unter Berücksichtigung der automatisierten Lesbarkeit durch Kameras, Radarsysteme und Verkehrsüberwachungstechnologien getroffen. Klare, eindeutige Kennzeichen sind essentiell für eine präzise Fahrzeugidentifikation.
Es stehen zwar „nur“ rund 80 Millionen Kombinationen zur Verfügung – eine Zahl, die im Vergleich zu den ursprünglichen 260 Millionen des provinzbezogenen Systems gering erscheint – dennoch ist sie mehr als ausreichend. Und obwohl das aktuelle System irgendwann erschöpft sein wird (Schätzungen gehen von etwa 2055 aus), zeigt es, dass schon vor über zwei Jahrzehnten ein hohes Maß an Weitsicht und sprachlicher Sensibilität in die Gestaltung unserer Kennzeichen einfloss.
Die deutsche Umsetzung dieses europäischen Systems demonstriert eindrucksvoll, dass technische Lösungen auch sprachliche Herausforderungen meistern können – und das, ohne dass wir es täglich bemerken. Ein kleines Detail, das aber eine große Wirkung hat, denn es bewahrt uns vor potenziellen sprachlichen Fettnäpfchen und sorgt für eine harmonische und eindeutige Kennzeichnung unserer Fahrzeuge.
