Deschamps packt koffer: abschied mit blick nach new york!
Ein Karriereschlussstrich in den Vereinigten Staaten, ein Blick nach New York – Didier Deschamps, der Mann, der Frankreich zu WM-Triumphen führte, beendet seine Trainerlaufbahn. Im exklusiven Gespräch mit MARCA und ausgewählten internationalen Medien blickt der scheidende Nationalcoach auf seine bewegte Zeit zurück, analysiert die aktuelle Szene und verrät, was ihm wirklich wichtig ist.

Die generationen wechseln, die strategie bleibt
Deschamps, bekannt für seine pragmatische Herangehensweise, betont, dass er sich stets an die Gegebenheiten angepasst habe. "Wenn ich heute noch hier stehe, dann liegt das daran, dass die französische Nationalmannschaft viele Spiele gewonnen hat," so der 55-Jährige. Er räumt ein, dass unterschiedliche Philosophien existieren, die er respektiert, aber letztendlich ist es seine Art, die zum Erfolg geführt hat. "Ich passe mich an die Spieler an, die vor mir stehen. Das ist meine Devise."
Ein besonderes Augenmerk richtet Deschamps auf Lamine Yamal, das spanische Ausnahmetalent. "Er ist einer der Kandidaten, die sich in dieser Weltmeisterschaft durchsetzen können," lobt er. Auch die Entwicklung der spanischen Nationalmannschaft unterstreicht er: "Spanien hat seinem Spiel etwas Neues hinzugefügt – Geschwindigkeit. Das macht es für die Gegner sehr schwer." Mbappé, das französische Supertalent, wird von Deschamps geschützt und seine Bedeutung als zentrale Figur im Angriff hervorgehoben.
Fraglich bleibt, welches Erbe Deschamps der französischen Nationalmannschaft hinterlässt. "Das ist nebensächlich," entgegnet er. "Es ist leicht, solche Dinge zu sagen, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich das nicht aus persönlichen Gründen sage. Aber etwas wird bleiben, das ist unvermeidlich. Jeder wird sich merken, was ich getan habe – oder eben nicht."
Nach dem WM-Finale steht Deschamps vor einer ungewissen Zukunft. Ein Vereinsengagement? Er winkt ab: "Das interessiert mich jetzt nicht. Wichtig ist das Hier und Jetzt, morgen ist die Weltmeisterschaft. Ich stehe immer im Dienst der französischen Nationalmannschaft." Die verlorene Finale der EM 2016 und die WM 2022 bereuen er jedoch: „Das sind schmerzhafte Momente, die sehr intensiv waren. Es ging um so viel mehr.“
Deschamps' Spielstil, oft als defensiv kritisiert, hat dennoch zu Erfolgen geführt. Er verteidigt seine Philosophie: "Ich habe nie versucht, ein bestimmtes System aufzuzwingen. Ich habe immer versucht, mit den Spielern das Beste herauszuholen, die ich zur Verfügung hatte. Ich habe ihnen immer viel Freiheit gelassen. Natürlich sucht man immer einen Ausgleich.“
Die Gerüchte über ein Angebot des Real Madrid kommentiert Deschamps mit einem Augenzwinkern: "Ich war in den letzten Jahren in vielen Kandidatenlisten, aber am Ende landete ich immer nur in der Liste der Kandidaten. Es gab natürlich Angebote, aber ich möchte nicht ins Detail gehen. Mein Sohn sagte immer, das Problem sei, dass ich immer in der Liste der Kandidaten stehe.“
Mbappé, der Star des französischen Teams, wird von Deschamps als Spieler gesehen, der immer für Gesprächsstoff sorgen wird. Er versteht die Kritik, die ihm entgegengebracht wird, besonders nach einer titellosen Saison beim Real Madrid. "Er ist immer verantwortlich, weil er Kylian Mbappé ist. Aber er lebt damit und tut sein Bestes, um die Dinge zum Guten zu wenden.“
Die Nachwuchsspieler, die in die Nationalmannschaft aufsteigen, werden von Deschamps gefördert und beurteilt nach ihrem Leistungsniveau. "Wer mehr zum französischen Team beiträgt, spielt – egal wie alt er ist.“ Er betont die Bedeutung von Führungsqualitäten, die nicht unbedingt mit dem Alter zusammenhängen. Kylian Mbappé, der aktuelle Kapitän, wird von Deschamps als verantwortungsbewusster Anführer gelobt, der sowohl auf als auch neben dem Platz eine wichtige Rolle spielt.
Deschamps sieht Deutschland, Spanien, Frankreich, Portugal und England als Favoriten für den WM-Titel. Er würdigt Carlo Ancelotti als großartigen Trainer und betont die Bedeutung der englischen Liga für die Entwicklung seiner Spieler.
Und was bleibt für Deschamps? Nicht der Ruhm, nicht die Anerkennung, sondern die Erinnerung an die Momente des Erfolgs und die Erkenntnis, dass er immer sein Bestes gegeben hat. Eine Ära geht zu Ende, aber die Faszination für den Fußball bleibt.
