Deschamps' arsenal: olise katapultiert frankreich zum titel?

Boston bebte – zumindest kurzzeitig. Frankreich wirkte gegen Senegal lange wie eine Ansammlung talentierter Einzelspieler, die aber nicht wussten, wie man ein funktionierendes Kollektiv bildet. Doch dann kam er, der 20-jährige Michael Olise, und veränderte alles. Deschamps‘ Geheimwaffe, die der FC Bayern München angeblich für über 200 Millionen Euro will, bewies, dass Frankreich im Weltfussball eine Klasse für sich ist – und ein ernstzunehmender Titelanwärter.

Der knoten platzt: olise als spielmacher

Die ersten 45 Minuten waren ein Desaster. Senegal verteidigte leidlich, Frankreich fand keine Mittel, das Bollwerk zu durchbrechen. Olise, Dembélé und Doué hinter Mbappé agierten ideenlos, der Spielfluss war dahin. Doch Deschamps reagierte mit einem Geniestreich: Er versetzte Olise in die Rolle des Spielmachers und Dembélé auf die rechte Seite. Und plötzlich passte die Musik.

Olise, der junge Shootingstar, übernahm die Regiefunktion. Er fand Räume zwischen den Linien, schaltete sich aktiv ins Spiel ein, bereitete Mbappés Führungstreffer vor und eröffnete immer wieder gefährliche Pässe. Deschamps selbst sagte: „Mit Olise im Zentrum haben wir eine ganz andere Dynamik. Er ist der fehlende Dreh- und Angelpunkt.“

Es ist kein Zufall, dass die französischen Fans nun von einem weiteren Triumph sprechen. Die Konkurrenz – Brasilien, Argentinien, England – kann schlichtweg nicht mithalten. Kein anderes Team verfügt über eine solche Tiefe im Kader und die schier unendliche Variationsbreite, die Deschamps zur Verfügung steht. Auch Jürgen Klopp, der das Spiel als Kommentator verfolgte, war beeindruckt: „Ich habe selten einen so kompletten Spieler bei einer Weltmeisterschaft gesehen. Olise ist außergewöhnlich.“

Mbappé, der sonst isoliert agierte, blühte in Olises Schatten auf. Er konnte sich wieder auf seine Stärken konzentrieren: seine Schnelligkeit, sein Abschluss, seine Duelle gegen die Verteidiger. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, verstehen sich blind. Und genau das macht Frankreich so gefährlich.

Die Entscheidung, für Frankreich und nicht für Nigeria oder Algerien zu spielen, zahlte sich für Olise aus. Seine Bewunderung für Zidane und Henry war der ausschlaggebende Faktor. Jetzt winkt ihm der Ruhm auf der größten internationalen Bühne.

Die qual der wahl: deschamps

Die qual der wahl: deschamps' luxusproblem

Am Montag gegen den Irak will Deschamps seine Qualifikation für die nächste Runde bereits sicherstellen. Doch die eigentliche Herausforderung wird sein, die zahlreichen Top-Talente im Sturm – Olise, Dembélé, Doué, Barcola, Cherki, Thuram und Akliouche – unterzubringen. Deschamps hat die Qual der Wahl, aber eines ist klar: Mit Mbappé und Olise im Angriff ist Frankreich bereit, die Welt zu begeistern. Und wer weiß, vielleicht entscheidet ja genau dieser junge Mann mit dem außergewöhnlichen Talent den Titelkampf zugunsten der französischen Nationalmannschaft.