Desailly kritisiert leao: „keine mentalität eines weltklassespielers“
Milan – Marcel Desailly, ehemalige Legende des AC Milan, hat in einem Interview scharfe Kritik an Rafael Leao geäußert. Der Franzose bezweifelt, dass der portugiesische Nationalspieler das Potenzial besitzt, zu einem der Weltbesten zu werden. Seine Analyse wirft ein Schlaglicht auf die Ambitionen des Mailänder Klubs und die Erwartungen an einen der teuersten Spieler der Vereinsgeschichte.
Leao: talent, aber ohne konstanz
Desailly, der zwischen 1993 und 1998 selbst im Mittelfeld des AC Milan wirbelte, sieht in Leao zweifellos Talent, bemängelt jedoch dessen mangelnde Konstanz und Führungsqualitäten. „Man kann ihn nicht kritisieren, weil er im nächsten Moment etwas Großartiges liefert“, so Desailly im ‚Italian Football Podcast‘. „Aber er hat nicht die nötige Beständigkeit, um eine ganze Saison wie Messi oder Neymar zu spielen.“
Der ehemalige Verteidiger erklärt, dass Leao zwar wichtig für das Team sei, aber noch weit davon entfernt ist, ein richtungsweisender Spieler zu sein. „Er ist vielleicht maximal so weit, wie er jetzt spielt. Er scheint anzunehmen, dass er alles erreicht hat. Er ist nicht mental darauf eingestellt, zu verstehen, wo er sich körperlich verbessern kann.“
Die fehlende Fitness und die taktische Disziplin des Portugiesen werden ebenfalls bemängelt. Desailly sieht Leao in der Verantwortung, mehr Engagement in der Defensivarbeit zu zeigen und an seiner körperlichen Verfassung zu arbeiten. „Er muss einen Schritt nach vorne machen, sowohl mental als auch körperlich, um an die Weltklasse heranzureichen.“

Bastoni: nur ein schatten von maldini
Auch der Vergleich mit Inter Mailands Verteidiger Alessandro Bastoni fiel Desailly drastisch aus: „Bastoni ist nicht einmal die Hälfte von Maldini. Er sollte zum FC Barcelona gehen.“ Bastoni, der seit sieben Jahren beim Inter spielt, wird zwar für seine Konstanz gelobt, aber ihm wird eine mangelnde Führungsstärke und taktische Flexibilität vorgeworfen. „Er ist ein Spieler, der sich anpassen kann, aber das ist auch seine Grenze.“
Desailly sieht im FC Barcelona eine ideale Plattform für Bastoni, um sein Potential auszuschöpfen. „Barcelona braucht einen starken und konstanten Innenverteidiger. Bastoni könnte dort die nötige Stabilität bringen.“

Der champions-league-triumph von 1994: ein motivationsschub durch capello
Desailly erinnerte sich zudem an den Triumph im Champions-League-Finale 1994 gegen den FC Barcelona. „Capello hat uns mit seiner Ansprache im Spindelei enorm motiviert. Er zeigte uns einen Artikel, in dem unsere Mannschaft als mittelmäßig bezeichnet wurde. Das hat uns zusätzlich gepusht. Der FC Barcelona war damals vielleicht etwas selbstzufrieden, nachdem sie die Liga bereits gewonnen hatten. Wir waren wie hungrige Wölfe und haben sie überrollt.“
Die Worte des Trainers lieferten dem gesamten Team den entscheidenden mentalen Vorteil. Ein Triumph, der maßgeblich von der beeindruckenden Leistung Marcel Desaillys geprägt wurde, der im defensiven Mittelfeld dominierte und das Spiel kontrollierte.
