Denis wucherer landet in ostende – und lässt frankfurt mit der rechnung sitzen
Denis Wucherer hat zugeschlagen. Nach 332 Tagen ohne Job unterschrieb der 52-Jährige am Donnerstag in Ostende – und spült damit die Skyliners Frankfurt in die nächste Blamage. Der Klub muss dem Ex-Coach nach wie vor Löhnen nachzahlen, während der selbst in der BNXT-Liga wieder aufs Parkett zurückkehrt.
Belgien statt hessen: wucherer sagt tschüss und fordert weiter geld
Die Achtung, die Wucherer in der Bundesliga genoss, haben die Belgier nie hinterfragt. BC Ostende holt den ehemaligen Rhöne-Gold-Verteidiger als Chefcoach bis 2027 – und löst damit das Problem Georgios Dedas, dessen Team zuletzt trotzt riesigem Etat in der Tabelle stagnierte. Für Wucherer ist die Mission klar: Titel, Fans, Ruhe. „Ich freue mich, mit den treuen Fans ein erfolgreiches Kapitel zu schreiben“, sagt er auf der Vereinswebsite. Die Ironie: Ein Kapitel weiter hinten im Buch wartet Frankfurt auf sein Happy End – und zahlt.
Das Arbeitsgericht stellte fest: Die fristlose Kündigung war unrechtmäßig, der Verlängerungsautomatik wegen Klassenerhalt war gescheitert. Kurzum: Die Skyliners schulden noch immer Gehalt plus Schmerzensgeld. Doch statt zu bezahlen, legten die Hessen Berufung ein – ohne Begründung, ohne Termin. Jetzt schaut der Club in die Röhre: Solange kein neues Gericht urteilt, bleibt die Schuld offen. Wucherer selbst spart unterdessen in Ostende mit einem Gehalt, das Frankfurt nicht mehr zahlen muss.

32 Sekunden audio, ein halbes leben drama
Die Sportschau liefert 31 Sekunden Ton, eine Ewigkeit für eine Geschichte, die seit Monaten die Liga beschäftigt. In diesen 31 Sekunden klingt keine Schuldeingeständnis der Skyliners, kein Wort von Moral, nur ein Mann, der endlich wieder arbeitet. Die Bilanz: 18 Monate Rechtsstreit, eine automatische Vertragsverlängerung, ein belgischer Neuanfang – und eine Frankfurter Führung, die bis heute die Hände in den Taschen lässt.
Wucherer jedenfalls ist wieder da, wo er hingehört: an der Seitenlinie, mit Kader, mit Zielen. Frankfurt bleibt zurück mit einem offenen Posten in der Kasse – und der Gewissheit, dass der nächste Prozess ebenso teuer wird wie der letzte. Die Uhr läuft, das Landesarbeitsgericht wartet. Und Ostende feiert seinen Neuzugang, als wäre nichts gewesen.
