Demichelis flippt aus: „kümmer‘ dich um deinen kram!“ – argentiniens coach sorgt für eklat
Martin Demichelis schlägt mit der flachen Hand auf das Pult, das Mikrofon wackelt. Der ehemalige Bayern-Verteidiger, heute Trainer von River Plate, wirft einem Reporter vor 40 Journalisten den Satz hin: „Kümmer‘ dich um deinen Kram!“ Die Kameras laufen, das Video geht viral – und die Südamerika-Presse fragt sich, ob der Coach die Kontrolle verliert.
Warum demichelis so reagierte
Der Argentinier hatte gerade die 0:2-Niederlage gegen Boca Juniors erklärt, als ein Kollege ihn nach Gerüchten über angebliche Kabinenunruhen und einem möglichen Rauswurf beim Tabellenzweiten befragte. Demichelis, sonst ein Meister der Diplomatie, schnappt sich das Mikro und donnert: „Ich bin 42 Jahre alt, ich habe 13 Titel gewonnen – kümmere dich um deinen Kram!“ Die anschließende Stille im Presseraum dauert fünf Sekunden, gefühlt eine Ewigkeit.
Lo que nadie cuenta ist die Zahl dahinter: Seit seinem Amtsantritt im Dezember 2022 holte River Plate 2,28 Punkte pro Spiel – mehr als jeder Vorgänger in den letzten zehn Jahren. Die Führung setzt deshalb weiter auf den Deutschen mit italienischem Pass. Doch die Fans werden unruhig. Die Hashtag #DemichelisOut trendete binnen 30 Minuten auf Platz eins in Argentinien.

Was jetzt auf ihn zukommt
Am Freitag muss sich der Trainer der Liga-Kommission erklären. Offiziell geht es um „Respektlosigkeit gegenüber den Medien“, inoffiziell um die Frage, ob River Plate eine Trainer-Rochade vor dem Copa-Libertadores-Viertelfinale riskiert. Klubboss Jorge Brito hält sich bedeckt: „Wir analysieren intern.“
Demichelis selbst zeigte sich nach der Pressekonferenz kurz im Mixed-Zone. „Ich bereue nichts“, sagte er und verschwand im Teambus. Für den ehemaligen Bayern-Profis ist der Vorfall mehr als ein Ausraster – er ist die Zerreißprobe zwischen Erfolgsdruck und medialer Rundum-Beschuss-Frequenz, die in Südamerika höher ist als in jeder europäischen Top-Liga.
Die nächsten 72 Stunden entscheiden, ob er River Plate auch im Pokal der Pokale führt – oder ob seine eigene Fangemeinde ihn vor dem Stadttor abwatschen will. Die Cifra habla por sí sola: Noch nie wurde ein River-Trainer nach einem Derbi-Double so schnell so laut gefeuert wie diese Woche in den sozialen Netzwerken. Die Zeit läuft, und Demichelis weiß: Ein zweiter Krachersatz wie gegen Boca darf ihm nicht passieren, sonst wird „Kümmer‘ dich um deinen Kram!“ zur letzten Zeile seiner Amtszeit.
