Del toro schreibt geschichte: mexiko feiert brutalsten bergetag des jahres
Isaac del Toro hat im Plateau de Solaison die Welt des Radsports auf den Kopf gestellt. 4.000 Höhenmeter in 120 Kilometern, vier kategorisierte Anstiege – und am Ende stand ein Mexikaner ganz oben, wo zuvor nur Europäer thronten.
Der tag, an dem berge menschen aussortieren
Col du Pré, 7,1 Kilometer mit durchschnittlich 9,4 Prozent. Schon hier zerrte Lidl-Trek das Feld in Stücke. Carlos Rodríguez, Kévin Vauquelin, Leo Bisiaux – alle in der Spitzengruppe. Hinten raus: Paul Seixas, vom Sturz vom Vortag gezeichnet. Keine Kraft, keine Antwort, nur noch Staub. Abgang.
Die Montée de Bisanne, erste HC-Rampe des Tages, wurde zur blutigen Selektion. Tempo hoch, Puls höher. Lidl-Trek zog, Visma zündete, UAE zog nach. Carlos Rodríguez hängte sich noch an die Flüchtlinge, alle anderen verloren das Kärtchen „Favorit“.

30 Kilometer abfahrt, dann folgt die wahrheit
Col des Aravis passé – runter, kurven, atmen. Unten wartet der Plateau de Solaison: 11,5 Kilometer, 8,9 Prozent. Kein Spielplatz. UAE legt los. Cian Uijtdebroeks fliegt raus, schon vor dem ersten Drittel. Pablo Torres schraubt das Tempo auf 6:10 min/km. Keiner kann folgen.
Und dann: ein einsamer Mexikaner. del Toro. 1:00 Minute Vorsprung. Kein Radio, kein Helfer, nur Asphalt und Herz. Er quert die Linie, spannt die Arme, schreit sich die Seele aus dem Leib. Mexiko steht zum ersten Mal an der Spitze eines WorldTour-Rennens dieser Klasse.

Ayuso wacht auf, jorgenson verschläft den traum
Juan Ayuso jagt ihm hinterher. Vergesst die Itzulia-Schwächephase – dieser dritte Platz schmeckt wie Champagner. Matteo Jorgenson? Vom Hoffnungsträger zum Hinterbänkler. Keine Antwort auf die letzte Rampe, keine Chance auf Gelb im Juli.
Nur noch 20 Tage bis Barcelona. del Toro kommt als Gelb-Kandidat. Ayuso als Podium-Kämpfer. Und alle anderen? Sie haben die Rechnung gesehen – und wissen jetzt, wen sie schlagen müssen.
