Deg-saison-ende: 7:3-klatsche gegen landshut wirft traditionsclub zurück
Die Düsseldorfer EG ist raus. Schon wieder. Nach dem Abstieg aus der DEL flog der achtmalige Deutsche Meister am Freitagabend mit einer 3:7-Schlappe gegen den EV Landshut aus den Pre-Playoffs – und das nur zwölf Monate nach dem Sturz in die zweite Liga. Die Halle am Brehmsträusch war zum Schluss halb leer, die Stimmen heiser vom Buhruf.
Uwe krupp lässt seine alte liebe alt aussehen
Landshuts Coach Uwe Krupp, einst selbst Spieler in Düsseldorf, ließ die DEG alt aussehen. Drei Tore in Serie zwischen der 31. und 37. Minute rissen dem Favoraten das Rückgrat. Die Kurzen dagegen spielten mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das seit 27 Jahren auf die DEL wartet – und jetzt tatsächlich einen Antrag auf Lizenz für die erste Liga gestellt hat.
Die Zahlen sind gnadenlos: In zwei Playoff-Spielen kassierte die DEG elf Gegentore, erzielte nur vier. Torhüter Niklas Lunemann blieb bei einem Save-Percentage von 0,853 hängen – das reicht nicht mal in der DEL2. Die Reihen um Topscorer Matt McLeod lieferten sich zwar Schießwettbewerbe, trafen aber nur aus dem zweiten Anlauf. Die Defensive stand wie gelähmt, wenn Landshuts Junior-Import Jack Hughes (18) mit Tempo in die Zone fuhr.

Manager bedanken sich – fans pfeifen
Als Geschäftsführer Andreas Niederberger nach Schlusssirene ans Mikro trat, klang seine Stimme heiser. „Danke für Geduld und Treue in dieser Übergangssaison“, sagte er. Die verbliebenen 1.200 Zuhörer applaudierten kurz, dann folgte das bedröhnte „Aber…“ – und ein Klangteppich aus Pfiffen, als Niederberger auch die Mannschaft lobte. Die Botschaft: Kuschelreden reichen nicht mehr.
Die DEG kündigt nun ein „neues Gesicht“ für 2026/27 an. Doch der Kader ist verzahnt: Fünf Leistungsträger haben Ausstiegsklauseln, die sich bei erneutem Playoff-Aus automatisch aktivieren. Die Lizenzunterlagen für die DEL müssen bis 30. April stehen, der Etat liegt laut Insidern bereits 3,5 Millionen Euro unter der Grenze, die die Ligazulassung eigentlich erfordert.
Landshut darf weiter träumen. Mit dem 4:1 und 7:3 gegen den großen Namen aus dem Rheinland hat der EVL nicht nur das Viertelfinale erreicht, sondern auch ein Exempel statuiert: Geld allein gewinnt keine Playoffs – Mentalität schon. Die Niederbayern haben die jüngste Startformation der Liga (Durchschnittsalter 23,4 Jahre) und dennoch die bessere Struktur. Wenn die Lizenz kommt, steht der Aufstieg offen.
Für die DEG bleibt ein Sommer der Selbstbefragung. Kein Trainerwechsel half, kein Transferzugang brachte den Funken. Die Marke „Düsseldorfer EG“ war einst Synonym für Titel – heute steht sie für eine Managementkrise, die sich seit Jahren schleppt. Die nächste Chance auf Wiedergutmachung: September 2026. Bis dahin muss der Klub nicht nur neue Spieler finden, sondern auch das Vertrauen der eigenen Anhänger.
