Deb-team stoppt slowakei und zündet wm-funken
3:1 gegen Olympia-Viertelfinalist Slowakei – der erste Sieg der WM-Vorbereitung kommt zur rechten Zeit. Ohne Stars, aber mit Rückgrat dreht das DEB-Team in Kaufbeuren einen 0:1-Rückstand und zeigt: Tiefes Talent steckt auch jenseits von NHL- und DEL-Playoffs.
Jungblut hede trifft nach 21 sekunden – und alles dreht sich
Die Slowaken hatten gerade erst die Kabinentüren zugemacht, da flog bereits Elis Hedes erstes Länderspieltor zum 1:1 ins Netz. Der 21-jährige Kölner nutzte einen Abpraller, ließ Goalie Konrad sitzen und schickte die 2.650 Zuschauer im erneut ausverkauften Erdgas Sportpark in Ekstase. „Ein Tor verändert Dynamik und Duschgelduft“, sagt Bundestrainer Harold Kreis nach dem Spiel – und meint: Selbstbewusstsein riecht man sofort.
Danach übernahm Deutschland. Nino Kinder schlenzte aus dem Slot die 2:1-Führung, Daniel Fischbuch erhöhte in der 45. Minute mit einem Handgelenksschuss unter die Latte. Die Slowakei, in Turin noch Deutschlands Endstation, wirkte plötzlich alt und langsam. Die einzige Antwort: Martin Fasko-Rudas’ Frühtor, das wie ein Schreibfehler wirkte – korrigiert, unterschlagen, vergessen.

Kreis setzt auf doppelfunktion: test und talentschmiede
Ohne Moritz Seider, ohne Tim Stützle und ohne die gestrigen Playoff-Helden muss Kreis improvisieren. Er spielt mit 13 Debütanten oder Kurzzeit-Nationalspielern, lässt Karachun aus Schwenningen sofort ins zweite Powerplay rutschen und stellt sich einem harten Fakt: Die WM startet am 15. Mai in Zürich – Zeit für Rhetorik bleibt keine. „Wir wollen zwei Ergebnisse: Punkte und Profile“, sagt Kreis. Gegen Slowakei lieferten beide gut.
Die Statistik spricht trotzdem klare Sprache: Zwei Niederlagen gegen Tschechien (3:5, 1:4) und erst jetzt ein Erfolg – das DEB-Team steht unter Zugzwang. Samstag (17.00 Uhr, MagentaSport) folgt in Augsburg die Revanche gegen Slowakei, danach Österreich in Zell am See, Österreich in Garmisch und das große Feuerwerk gegen Olympia-Sieger USA in Mannheim. Wer da nicht überzeugt, fliegt raus – oder bleibt zumindest zu Hause, wenn Finnland am Eröffnungstag den Puck fallen lässt.

Die botschaft von kaufbeuren: tiefe reicht, druck bleibt
Die Niederlagen gegen Tschechien waren kein Zufall, aber auch kein Freifahrtschein. Die jungen Spieler zeigten Nerven, verloren Zweikämpfe, vergaßen die Aufbauzone. Gegen Slowakei fanden sie Lösungen: kürzere Pässe, schnellere Umschaltmomente, ein Torhüter (hier fehlt was, aber das ist Absicht))

Harold kreis setzt auf rotation statt routine
Ohne Stützle, ohne Seider, ohne Kahun – Kreis’ Kader liest sich wie ein Who-is-Who des deutschen Nachwuchses. Dabei bleibt er konsequent: Wer Formsache hat, spielt. Gegen die Slowakei erhielten sieben Akteure ihre erste WM-Test-Cap. Der Draht nach oben bleibt offen: Alexander Karachun, gerade mit Schwenningen aus den DEL-Playoffs geflogen, rückte für Moritz Müller nach und schlug sich achtbar. „Wir bauen keine Reservebank, wir bauen Konkurrenz“, sagt Kreis.
Die Zahlen sprechen für ihn: 34 Schüsse auf das slowakische Tor, 63 Prozent Face-off-Quote, nur zwei Strafzeiten. Der einzige Wermutstropfen: Powerplay blieb ohne Treffer. „Wir verschwenden zu viel Zeit mit Rumdribbeln“, moniert Co-Trainer Christian Künast. Die Lösung: Mehr Direktschüsse, weniger Zaubertricks. Training morgen früh um 08:30 Uhr – kein Tag der Ruhe für den Sieger.
Revanche schon am samstag – dann geht’s um trend
Bereits am Samstag (17.00 Uhr/MagentaSport) gibt’s die Neuauflage in Augsburg. Für Kreis ist das Duell mehr als Test: „Wir wollen eine Serie starten, nicht nur einen Erfolg feiern.“ Die Slowaken werden mit ihren NHL-Profis zurückschlagen – Atmosphäre garantiert. Danach geht’s gegen Österreich (30. April Zell am See, 2. Mai Garmisch) und zum Kracher gegen Olympia-Gold USA (10. Mai Mannheim). Die Bilanz muss stimmen, das Selbstvertrauen schon jetzt.
Die WM startet am 15. Mai in Zürich gegen Finnland. Ein Sieg dort, und die deutsche Elf winkt das Viertelfinale – vielleicht wieder gegen genau diese Slowakei. Dann aber mit vollem Kader und ohne Kompromisse. Denn wer im Mai punkten will, muss im April schon Lunte riechen. Die erste Funken sprangen in Kaufbeuren – jetzt muss das Feuer halten.
