De bruyne schießt gegen conte: „meine rolle war ein problem“

Die Entlassung Antonio Contes bei Napoli hallt nach – und bringt eine überraschende Abrechnung mit sich. Kevin De Bruyne, derzeit im WM-Fokus, hat in einem Interview seine Zeit unter dem italienischen Trainer scharf kritisiert und angedeutet, dass sein Verbleib in Neapel bei einer Fortsetzung der Zusammenarbeit unwahrscheinlich gewesen wäre. Die Schlagzeilen überschlagen sich, kaum dass der Abschied offiziell wurde.

Ein fußballverständnis zu weit entfernt?

Ein fußballverständnis zu weit entfernt?

De Bruyne, der seine erste Saison in Italien reflektierte, sprach im 'HBVL' offen über die Schwierigkeiten, die er unter Conte erlebte. „Ich würde sagen, der Start war ziemlich gut, besonders die erste Halbzeit der Saison. Auch nach meiner Verletzung habe ich ein gutes Niveau erreicht“, begann der Belgier. Doch dann folgte der Konter: „Natürlich war es nicht einfach, weil Conte eine sehr andere Vorstellung vom Fußball hat als ich. Das ist keine Neuigkeit.“

Der Schlüsselpunkt liegt in der taktischen Ausrichtung Contes. De Bruyne bemängelte, dass er nie wirklich in seiner bevorzugten Position spielen konnte. „Wir haben sehr defensiv gespielt. Die Spiele endeten meistens mit einem einzigen Tor. Mit einem 5-4-1 ist es kompliziert. Anfang des Jahres standen wir extrem tief. Unser bester Torschütze kam auf zehn, vielleicht elf Tore. Das sagt schon alles über unsere Statistik aus.“

Das Fazit des Spielers ist eindeutig: Conte’s Fußball war nicht das, was er brauchte. „Ich bin froh, dass er weg ist und wir vielleicht etwas offensiver spielen können. Für mich wäre es nicht ideal gewesen, wenn er geblieben wäre.“ Die Entscheidung des Trainers, eine eher pragmatische und auf Defensive ausgelegte Strategie zu verfolgen, kollidierte offensichtlich mit De Bruynes Vorstellungen von einem attraktiven und torreichen Spiel.

De Bruyne betonte, dass ihm der Spaß am Spiel gefehlt habe und er die Art und Weise, wie Fußball gespielt wurde, zunehmend hinterfragte. „Nach einem Jahr merkt man, dass man selbst auch älter wird. Es ist mir wichtig, darüber zu sprechen, wie wir spielen sollen. Dieses Jahr wurde viel versprochen, was wir machen würden. Am Ende haben wir aber wenig davon gesehen. Das darf man nicht vergessen.“ Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität führte zu Frustration und dem Wunsch nach Veränderung.

Ob De Bruyne nun in Neapel bleibt, ist offen. „Es gab Gerüchte, dass ich gehen würde, wenn Conte bleibt“, so De Bruyne. Die Zukunft wird zeigen, ob er unter einem neuen Trainer die Chance erhält, seine Qualitäten in einem ansprechenderen System voll auszuleben. Doch eines ist klar: Die Abrechnung mit Conte hat einen Schlussstrich unter eine schwierige Zeit gezogen und den Weg für eine neue Ära in Neapel geebnet.