Ddr-legende stirbt: skilegende eberhard riedel ist nicht mehr!
Ein trauriger Tag für den deutschen Wintersport: Eberhard Riedel, der erfolgreichste alpine Skirennläufer der DDR, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Sein Triumph in Adelboden 1961 ist für immer in die Sportgeschichte eingegangen – nun schließt sich ein bedeutendes Kapitel.
Die sensation von adelboden: ein triumph gegen alle erwartungen
Eberhard Riedel war mehr als nur ein Skirennläufer; er war ein Symbol des DDR-Sports, der mit unbändigem Willen und außergewöhnlichem Talent die Welt der Skifahrer herausforderte. Der Gewinn beim Riesenslalom in Adelboden 1961 war der absolute Höhepunkt seiner Karriere, ein Moment, der in Erinnerung geblieben ist. Lange war er der einzige deutsche Athlet, der auf dieser prestigeträchtigen Strecke ganz oben auf dem Podest stand – ein Beweis für seine Klasse und Entschlossenheit. Sein Fußabdruck auf dem „Place of Fame“ in Adelboden, neben jenen anderer Skilegenden, ist ein bleibendes Denkmal für seine Leistungen.
Doch Riedels Karriere war nicht nur von Triumphen geprägt. Die politischen Umstände der damaligen Zeit machten ihm einen Strich durch die Rechnung. 1962 wurde ihm die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Chamonix aus politischen Gründen verwehrt. Ein bitterer Schlag für den Sportler, der sich sportlich qualifiziert hatte, aber aufgrund der NATO-Mitgliedschaft Frankreichs nicht einreisen durfte. Das zeigt, wie sehr Politik den Sport beeinflusste.

Von lauter ins weltklasse-riechen: eine beeindruckende karriere
Geboren am 14. Februar 1938 im sächsischen Lauter, begann Riedel seine sportliche Laufbahn mit dem Skispringen, bevor er sich dem Alpinski zuwandte. Nach zahlreichen Jugendmeistertiteln wurde er 1957 Mitglied der Nationalmannschaft der DDR und nahm an drei Olympischen Winterspielen teil – in Squaw Valley, Innsbruck und Grenoble. Besonders in Grenoble erreichte er mit Platz 13 im Slalom seine beste Olympia-Platzierung. Seine Karriere endete 1968, als die DDR-Führung die Förderung des Alpinsports einstellte – eine Entscheidung, die den Sport in der DDR nachhaltig prägte.
Nach seiner aktiven Laufbahn arbeitete Riedel als Sportlehrer und später als Trainer, unter anderem für den Fußball-Oberligisten BSG Wismut Aue und den legendären Jens Weißflog. Bis kurz vor seinem Tod war er dem Skisport treu geblieben und fuhr noch im letzten Jahr begeistert die Pisten hinab. Seine Worte anlässlich seines 88. Geburtstags im MDR-Interview zeugen von einer lebenslangen Leidenschaft: “Meine Schwünge waren noch genauso schön und sauber wie früher.”
Eberhard Riedel hat nicht nur den deutschen Wintersport bereichert, sondern auch gezeigt, dass mit Talent, Fleiß und Respekt vor dem Sport Großes erreichbar ist. Sein Vermächtnis wird weiterleben – als Inspiration für kommende Generationen von Skirennläufern.
