Dbb-frauen demolieren südkorea – langes revanche nach 27 sekunden

76:49 – ein Ergebnis, das in der Statistik nur einen Tabelleneintrag wert ist, in der Realität aber die erste Machtdemonstration von Olaf Langes neuem deutschen Frauen-Team markiert. In Villeurbanne spielte sich die 15-Punkte-Favoritin nicht einfach nur warm, sie schickte ein Signal an die Welt: Berlin 2026 wird kein Schaulaufen, sondern ein Kampf um Edelmetall.

Ein vierteljahrhundert später – lange zurück, diesmal mit plan

Der Coach, der 1998 schon einmal die Nationalmannschaft führte, trat die Nachfolge von Lisa Thomaidis an – und musfort von Anfang an improvisieren. Ohne Satou Sabally, ohne Marie Gülich, ohne jeden Superstar. Dafür mit einer jungen Garde, die innerhalb von 20 Minuten den Grundstein für den Kantersieg legte. 40:20 zur Pause, ein Unterschied, der die Koreanerinnen in ihre Schranken wies und die deutsche Bank jubeln ließ.

Doch der Schein trügt. Nach dem Seitenwechsel brach das System für fünf Minuten komplett zusammen. Kein Korbleger, drei Turnovers, zwei Airballs – ein 0:6-Run, der Lange die Faust auf die Schulter schnellen ließ. „Wir haben die Intensität verloren, weil wir dachten, der Gegner ist besiegt“, sagte Frieda Bühner später, die mit 21 Punkten beste Werferin war. „So ein Fehler darf uns gegen Frankreich oder Nigeria nicht passieren.“

Bühner & co. nutzen die freiheit – und den funken, der jetzt springen muss

Bühner & co. nutzen die freiheit – und den funken, der jetzt springen muss

Die 23-jährige Spanien-Legionärin trat in die Lücke, die Sabally hinterlassen hatte. 8/12 aus dem Feld, 3/4 jenseits der Dreierlinie – Zahlen, die sie vor einem Jahr nicht auf die Anzeigetafel brachte. Neben ihr Nyara Sabally, die jüngere Schwester der abwesenden Satou, mit 11 Punkten und 7 Rebounds. „Wir wollen zeigen, dass wir auch ohne Stars ein Team sind“, sagte sie in die Kameras von MagentaSport. Der Satz klang nach Anfang, nicht nach Abschluss.

Denn das Turnier ist noch lang. Donnerstag warten die Philippinen, danach Frankreich, Kolumbien, Nigeria – fünf Spiele in sieben Tagen, ein Marathonsprint, der die Kaderbreite testet. Lange wird rotieren, experimentieren, schreien. Gegen Südkorea funktionierte seine neue 1-2-2-Zone, die Koreans konnten nur 29 % aus dem Feld werfen. Die Frage ist: Reicht das gegen die Athletik der Nigerias oder die Körperlichkeit der Französinnen?

Die Antwort kommt in Berlin. Dort, im Spätsommer, wenn 12.000 Zuschauer in der Uber-Arena toben und die Medaillenträume Realität werden können. Die DBB-Frauen haben den ersten Schritt getan – mit einem Sieg, der nicht nur Punkte, sondern Selbstvertrauen liefert. 76:49. Es könnte der Startschuss zu etwas Größerem sein. Oder nur ein lauwarmes Aufwärmspiel. Der Unterschied liegt in den nächsten 24 Sekunden, nicht in den nächsten 24 Tagen.