Davies-drama: bayern und kanada suchen einigung nach schwerer verletzung
München – Ein Schock für den FC Bayern, ein Schlag für Kanadas WM-Hoffnungen: Alphonso Davies zog sich im Champions-League-Halbfinale eine schwere Muskelverletzung zu. Nun ringen die Verantwortlichen in München und Toronto um eine gemeinsame Lösung, nachdem es im Vorjahr bereits heftige Auseinandersetzungen gab.
Die hintergründe des streits um davies' fitness
Die aktuelle Verletzung des 25-Jährigen kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, nur wenige Wochen vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft. Sportvorstand Max Eberl betonte am Freitag, dass man „gemeinschaftlich alles tun“ werde, um eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten dient: „Für Fonsi, für Kanada, aber auch für den FC Bayern.“ Die Situation ist angespannt, da die Beziehung zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem kanadischen Verband im vergangenen Jahr aufgrund einer früheren Verletzung Davies' erheblich belastet wurde.
Der Knackpunkt war ein Länderspiel um Platz drei der CONCACAF Nations League gegen die USA, bei dem Davies trotz eines bereits festgestellten Kreuzbandrisses eingesetzt wurde. Die Bayern warfen dem Verband vor, die Gesundheit ihres Spielers aufs Spiel gesetzt zu haben, während die Kanadier zunächst Entwarnung gegeben hatten. Die Schwere der Verletzung wurde erst in München diagnostiziert, was zu heftigen Worten und sogar juristischen Drohungen seitens Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen führte.

Eberls versöhnungsversuch: „gemeinsam den besten weg finden“
Nun scheint sich der Wind zu drehen. Eberl signalisiert einen Neuanfang und betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit: „Dazu muss er gesund werden.“ Die Muskelverletzung im hinteren linken Oberschenkel, die Davies sich im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain zuzog, wird ihn voraussichtlich mehrere Wochen außer Gefecht setzen und seine Teilnahme an der WM in ernsthafter Gefahr bringt. Kanada trifft am 12. Juni im ersten Gruppenspiel auf Bosnien-Herzegowina, gefolgt von Partien gegen Katar und die Schweiz.
Die Saison war für Davies bereits von Rückschlägen geprägt. Nach einem langen Ausfall aufgrund des Kreuzbandrisses im März 2025, der den Konflikt mit dem kanadischen Verband auslöste, hatte er zwar ein Comeback gefeiert, war aber immer wieder von kleineren Verletzungen geplagt. Die Frage, ob Davies rechtzeitig fit wird, um sein Land bei der WM zu vertreten, bleibt offen – und hängt maßgeblich von der gemeinsamen Anstrengung von Bayern und Kanada ab.
