Davidovich: "ich bin ein anderer spieler, reifer und ruhiger"

Alejandro Davidovich, der Mann, der vor fünf Jahren in Roland Garros überraschte, blickt selbstbewusst nach vorne. Der Spanier, Nummer 21 der Welt, räumt ein, dass eine Verletzung seine Vorbereitung beeinträchtigt hat, betont aber seine persönliche Entwicklung und das Streben nach dem ersten Top-10-Platz.

Die schatten der verletzung und die rückkehr zum wettkampf

Die Sprungvorbereitung war alles andere als ideal. Eine Abductor-Verletzung in Miami zwang Davidovich zu einer einmonatigen Pause. "Es ist klar, dass man nach einer solchen Auszeit etwas einbüßt. Man verliert den Rhythmus, die Sicherheit. Aber ich akzeptiere es und versuche, mit diesem Handicap umzugehen. Im Tennis ist es heutzutage so: Jeder Spieler der Top 100 kann jeden besiegen. Die Ausfälle sind hart, aber sie gehören dazu."

Ein spieler im wandel: mehr als nur glück

Ein spieler im wandel: mehr als nur glück

Fünf Jahre sind vergangen, seit Davidovich sensationell das Viertelfinale erreichte. Erinnert er sich an dieses Turnier mit Stolz? "Ich bin ein anderer Spieler, ein reiferer und ruhigerer Mensch. Damals hatte ich ein bisschen Glück im Los, das stimmt. Aber ich war auch in einer Phase, in der alles irgendwie passte. Heute bin ich stabiler, mental stärker und habe ein besseres Verständnis für das Spiel – sowohl auf als auch neben dem Platz."

Pepo clavet: ein neuer ansatz für rasen

Pepo clavet: ein neuer ansatz für rasen

Für die anstehende Rasensaison hat sich Davidovich eine interessante Verstärkung ins Team geholt: Pepo Clavet. "Ich kenne Pepo schon lange und wir verstehen uns gut. Wir haben schon Gespräche geführt, aber noch nicht auf dem Platz zusammengearbeitet. Es ist eine Testphase. Wir müssen herausfinden, ob wir uns ergänzen und voneinander profitieren können."

Top 10 im visier: fokus auf den prozess

Das Ziel ist klar: Der Sprung in die Weltelite. "Der Top-10-Platz ist natürlich ein Ziel, das ich habe. Aber ich konzentriere mich auf den aktuellen Moment, auf jeden einzelnen Match. Ich denke nicht ständig an die Weltrangliste. Ich habe jetzt eine enorme innere Motivation, aber ich bleibe ruhig und besonnen. Selbst wenn ich morgen aufhören müsste, könnte ich mit Stolz zurückblicken und sagen, dass ich alles gegeben habe."

Emotionale kontrolle und stabilität

Davidovich wirkt gefestigter, ausgeglichener. "Das hat viel damit zu tun, dass ich jetzt ein stabiles Umfeld habe. Ich lebe dort, wo ich möchte, habe das Team, das ich mir wünsche, und plane bald eine Familie zu gründen. Diese Stabilität spiegelt sich auch auf dem Platz wider."

Die neue generation des spanischen tennis

Die spanische Tennislandschaft erlebt einen Aufschwung. Spieler wie Rafa Jódar, Martín Landaluce und Dani Mérida drängen in den Vordergrund. "Das freut mich sehr. Das sind alles talentierte Jungs. Gerade im ersten Jahr ist alles einfacher, ohne den Druck und die Erwartungen. Aber der Druck kommt, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich hoffe, dass sie erfolgreich sind, denn mehr spanische Spieler bedeuten mehr Wettbewerb und mehr Spannung für alle."

David ferrer und die zukunft der nationalmannschaft

Ein Gespräch mit dem neuen spanischen Davis-Cup-Trainer David Ferrer steht noch aus. "Wir werden uns hier in Roland Garros treffen. Es wird ein entspanntes Gespräch, bei dem wir unsere Ideen austauschen. Ich stehe immer zur Verfügung, um für Spanien zu spielen."

Die leidenschaft für das spiel und die priorisierung der gesundheit

Davidovich betont seine Bereitschaft, für sein Land zu kämpfen, räumt aber auch ein, dass die Gesundheit Vorrang hat. "Ich habe in der Vergangenheit einige Verletzungen erlitten und musste meine körperliche Verfassung schützen. Im US Open habe ich mir eine Tendinitis zugezogen und wollte kein Risiko eingehen. Manchmal muss man Prioritäten setzen."

Davidovich blickt entschlossen in die Zukunft. Mit seiner Reife, seiner Erfahrung und seiner neu gewonnenen Stabilität ist er bereit, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen und den Traum vom Top 10 zu verwirklichen. Die Welt des Tennis darf gespannt sein.