D'aversa nach 3:2-spektakel: „meine jungs spielten wie der stier“

Milan – Ein siebenminütiger Blackout kostete Torino den Punktgewinn, doch Trainer Roberto D'Aversa klopft sich trotz der 2:3-Niederlage gegen den AC Milan stolz die Reissverschlüsse zu. „Ich hatte eine Partita da Toro verlangt – und ich habe sie gesehen“, sagte er nach Abpfiff in San Siro, wo seine Elf lange mit dem Tabellenzweiten mithielt.

Zwei minuten, zwei gegentore – warum?

Die Antwort lautet Systemwechsel plus Nachlässigkeit. „Milan stellte nach der Pause auf 3-4-2-1 um, wir standen einen Moment zu passiv, und schon lag der Ball zweimal im Netz“, erklärte der Coach. „In so einer Phase darf ein Team nur ein Tor kassieren, nicht zwei. Danach haben wir gezeigt, dass wir den Rückstand hätten aufholen können.“ Mike Maignan vereitelte binnen 120 Sekunden zwei Großchancen, die zum Ausgleich gereicht hätten.

D'Aversa verlangt keine Glücks-, sondern Drecksarbeit: „Ich glaube nicht an Pech. Der Zentimeter entscheidet sich daran, wie lange das Bein noch oben bleibt, wie stark der Kopf bleibt.“ Wer nicht „cattivo“ genug sei, bekomme den Ball nicht ans Knie. Sein Vorwurf gilt der mangelnden Cleverness im Strafraum, nicht der Chancenverwertung. „Wir hatten 1,7 xG in der ersten Halbzeit, Milan nur 0,4 – da muss man das zweite Tor machen.“

Das glas ist dreiviertel voll

Das glas ist dreiviertel voll

Tabellarisch rutscht Torino auf Rang neun, doch D'Aversa sieht den Trend: „Vier Wochen waren unsere Stürmer verletzt, heute haben Adams und Simeone getroffen. Zapata findet die Rythmen, Kulenovic entwickelt sich zum Juwel.“ Die Tore seien Früchte harter Rehab-Arbeit, keine Zufälle. „Wenn wir so weitermachen, holen wir die Europacup-Plätze.“

70 Minuten lang spielte der Granata mit dem Rossoneri Katz und Maus, 70 Minuten lang tobte die Curva. Dann schlug Milan zweimal zu, und die Luft war raus. Doch D'Aversa ließ seine Spieler dennoch wie Sieger auslaufen – mit der Ansage: „Nächste Woche gegen Atalanta drehen wir die 3:2-Story um.“