Dave kitson gesteht: ich war 'the secret footballer'
Der ehemalige profi enthüllt seine identität
Dave Kitson, einst Stürmer bei Reading und Stoke City, hat sich nun als der anonyme Autor hinter dem Pseudonym 'The Secret Footballer' zu erkennen gegeben. Über ein Jahrzehnt lang, in den 2010er Jahren, veröffentlichte Kitson fünf Bücher und eine wöchentliche Kolumne in einer Zeitung, in denen er seine Frustrationen über den modernen Fußball zum Ausdruck brachte. Die Identität des Autors war lange Zeit ein Rätsel für Fans im Internet, die versuchten, anhand von Hinweisen seine wahre Identität zu ergründen.

Ein ventil für die eigene mentalität
“Ich bin The Secret Footballer. Das habe ich noch nie laut ausgesprochen“, erklärte Kitson in einem YouTube-Interview. “Es war eine Idee, die mir kam, als ich unzufrieden mit der Entwicklung des Fußballs war und einen Weg brauchte, meine Gedanken auszudrücken, um meine eigene mentale Gesundheit zu schützen. Schreiben ist meine Leidenschaft, schon seit meiner Kindheit. Eigentlich wollte ich Reisejournalist werden. Das Schreiben war kathartisch und half mir, das zu verarbeiten, was im Fußball vor sich ging.”
Kitsons motivation: einblicke ohne anprangerung
Kitson betonte, dass es ihm ursprünglich nicht darum ging, einzelne Personen zu benennen. Vielmehr wollte er erklären, wie die Branche funktioniert und warum bestimmte Dinge geschehen. “Ich habe geschrieben und die Leute haben sich ihre eigene Meinung bilden sollen. Es hat eine Weile Spaß gemacht, aber dann hat es große Ängste ausgelöst. Ich hatte eine Karriere und einen großen Vertrag. Wäre ich entlarvt worden, wäre ich entlassen und geächtet worden.”
Veränderungen im fußball angestoßen
Trotz des enormen Stresses und der Angst ist Kitson stolz darauf, dass seine Arbeit zu Veränderungen im englischen Fußball geführt hat, insbesondere auf höchster Ebene. “Es hat den Fußball in diesem Land verändert und zu Überarbeitungen auf höchster Ebene geführt, darauf bin ich stolz.”
Der wendepunkt: der tod von gary speed
Ein entscheidender Moment, der das Ende von 'The Secret Footballer' bedeutete, war der Tod von Gary Speed. Kitson hatte kurz zuvor eine Kolumne über psychische Gesundheit veröffentlicht, mit dem Titel 'Sometimes There’s Darkness Behind the Light'. Zu einer Zeit, in der psychische Gesundheit im Fußball kaum thematisiert wurde, hatte er eine Epidemie vorhergesagt und befürchtet, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis sich jemand das Leben nehmen würde. „Ich habe den Artikel am Freitag eingereicht, er erschien am Samstag. Am Sonntag wurde Gary Speed tot aufgefunden. Das war der Moment, in dem 'The Secret Footballer' keinen Spaß mehr machte.“
Die stigmatisierung psychischer gesundheit im fußball
Kitson betonte, dass man damals im Fußball noch als schwach galt, wenn man über psychische Gesundheit sprach. Seine Warnung vor einer Epidemie und die anschließende Tragödie haben ihn tief getroffen. Die Thematik psychischer Gesundheit hat im Fußball inzwischen an Bedeutung gewonnen, was Kitson als positiven Wandel sieht. Er hofft, dass seine Erfahrungen dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen.
