Darmstadt: kohfeldt schaut nach vorne – bielefeld-geschichte vergessen!

SV Darmstadt 98 blickt ohne Nostalgie auf den Saisonendspurt. Florian Kohfeldt, der Coach der Lilien, lässt sich nicht von alten Relegationserfolgen ablenken, sondern fokussiert sich auf die anstehende Aufgabe in Bielefeld – und den Bundesliga-Aufstieg.

Die erinnerung an das „wunder von bielefeld“ bleibt im hintergrund

Im Treppenhaus hängt das Bild, das Florian Kohfeldt täglich zur Pflicht macht: Elton da Costa, der im Frühjahr 2014 mit seinem Last-Minute-Tor die Lilien in die 2. Liga schoss. Das „Wunder von Bielefeld“ ist ein Teil der Darmstädter Vereinsgeschichte, doch Kohfeldt betont: „Das spielt hier für keinen eine Rolle. Jetzt kribbelt es vor jedem Spiel, und deshalb brauchst du keine besonderen Geschichten aus der Vergangenheit. Du hast diesen geilen Wettkampf. Das spüren wir alle.“

Die Mannschaft ist in der Gegenwart angekommen und fokussiert sich auf die aktuellen Herausforderungen. Es geht um mehr als nur den Klassenerhalt; der Bundesliga-Aufstieg ist das erklärte Ziel. Kohfeldt ist überzeugt, dass das Team die nötige Entschlossenheit und den Willen besitzt, um dieses Ziel zu erreichen.

Personalrochade und furukawa-chance

Personalrochade und furukawa-chance

Personell sieht es bei den Lilien gut aus. Fraser Hornby, Killian Corredor und Fabian Nürnberger haben die Länderspielpause genutzt, um ihre Fitness zu verbessern und stehen voraussichtlich gegen Bielefeld zur Verfügung. Einzig das Ausfall von Luca Marseiler, dessen Kreuzbandriss eine lange Pause bedeutet, schmerzt. Seine Geschwindigkeit und sein Dribbling werden im Offensivspiel fehlen.

Als mögliche Alternative rückt Yosuke Furukawa in den Fokus. Obwohl der Japaner bisher nur sporadisch zum Einsatz kam, sieht Kohfeldt in ihm eine Option für bestimmte Spielsituationen. „Was die Anlagen angeht, ist er der stärkste Spieler im Kader“, so der Coach. Ein Startelfeinsatz ist durchaus denkbar, auch wenn Furukawa im November beim Spiel gegen Fürth noch keine überzeugende Leistung zeigte.

Corredor, Richter und Winterneuzugang Niklas Schmidt buhlen um Marseilers Position, doch Kohfeldt hält Furukawa bereit. Die Entscheidung wird von der taktischen Ausrichtung und den jeweiligen Spielsituationen abhängen. Die Lilien sind auf dem besten Weg, eine spannende und erfolgreiche Saison zu erleben – und das „Wunder von Bielefeld“ wird dabei nur als eine nette Anekdote in der Vereinschronik betrachtet.