Darmstadt am abgrund: kann der endspurt die rettung bringen?
Die Lilien taumeln. Nach der knappen Niederlagegegen Hannover droht Darmstadt 98, den Aufstiegszug zu verpassen. Doch Coach Kohfeldt kündigt Kampfgeist an – und es gibt noch einen Hoffnungsschimmer im Abstiegskampf der 2. Bundesliga.
Die stimmung am böllenfalltor: enttäuschung und aufbruch
Der Regen hatte nachgelassen, aber die Enttäuschung der Fans war noch spürbar. Florian Kohfeldt, der Trainer der Darmstädter, zeigte sich nach dem 0:2 gegen Hannover von seiner menschlichen Seite. Er ging in der Fankurve auf die Fans zu, nicht um sich feiern zu lassen, sondern um Nähe zu zeigen und die nötige Aufbaurunde zu starten. „Ich mag es nicht, wenn Trainer sich nach Siegen feiern lassen – heute war es mir wichtig, den Fans am Bölle zu zeigen, dass wir zusammenhalten“, erklärte Kohfeldt.
Die Mannschaft hingegen wirkte geschockt vom erneuten Rückschlag. Die Lilien haben nur zwei Punkte aus den letzten vier Spielen geholt und sind damit aus den Aufstiegsrängen gerutscht. Der Blick auf die Konkurrenz macht die Situation nicht besser: Paderborn und Schalke gewannen ebenfalls, wodurch der Abstand zum direkten Aufstiegsplatz weiter wuchs.
Sieben Punkte müssen die Darmstädter in den verbleibenden fünf Spielen noch aufholen – ein gewaltiger Kraftakt. Die klare Niederlage gegen Hannover verdeutlichte zudem, dass die Lilien noch viele Probleme in ihrem Spiel haben.

Was spricht gegen darmstadt? die probleme liegen auf der hand
Die schlechte Wintervorbereitung mit zahlreichen Verletzungen und Erkrankungen nagt weiterhin an der Mannschaft. Kohfeldt räumte ein, dass die Lilien im Moment nicht ihr volles Potenzial abrufen können. Hinzu kommt, dass die Darmstädter im Mittelfeld kaum Druck entwickeln und dem Gegner zu viel Raum lassen. Die Defensive wirkte zudem zu passiv, insbesondere bei Standardsituationen.
Was niemand wirklich bemerkt hat: Die Lilien haben in den letzten Spielen deutlich weniger Kilometer als der Gegner absolviert. Das deutet auf mangelnde Laufbereitschaft und fehlende Leidenschaft hin. Auch die Tatsache, dass Darmstadt wieder einmal kein Gegenmittel gegen das Eins-gegen-Eins-Spiel des Gegners fand, zeugt von einer fehlenden taktischen Flexibilität.

Ein hoffnungsschimmer am horizont: das restprogramm könnte entscheidend sein
Trotz aller Widrigkeiten gibt es noch einen Lichtblick für die Darmstädter. Das Restprogramm der Aufstiegsanwärter sieht überraschend günstig aus. Der durchschnittliche Tabellenplatz der verbliebenen Gegner liegt bei nur 9,8 – deutlich niedriger als bei den direkten Konkurrenten. Die Lilien haben in der Hinrunde gegen diese Mannschaften bereits elf Punkte geholt. Und nicht zu vergessen: Isac Lidberg und Kai Klefisch kehren nach Gelbsperre zurück – eine Verstärkung für die Hintermannschaft.
Am kommenden Wochenende geht es gegen Fürth, den Tabellenvorletzten. Ein Sieg ist Pflicht, um die Hoffnung auf den Aufstieg am Leben zu erhalten. Besonders spannend wird das Duell gegen Hannover, bei dem sich die beiden direkten Konkurrenten Paderborn und Hannover gegenüberstehen. Die Lilien haben es also selbst in der Hand, das Rennen um die Aufstiegsplätze zu beeinflussen.
Torwart Marcel Schuhen fasste die Lage nach dem Spiel treffend zusammen: „Wir werden weiter Spiele gewinnen und was dann passiert, wird sich zeigen.“ Ein Gruß an die Niedersachsen ließ er sich nicht entgehen: „Hannover hat schon gefeiert, als sie aufgestiegen wären – fand ich sehr spannend.“ Das Rennen ist noch nicht vorbei.
