Daniliuc kehrt nach vier wochen zurück – und fühlt sich besser als je zuvor

Flavius Daniliuc war eigentlich für sechs bis acht Wochen außer Gefecht. Nach vier war Schluss. Beim 3:1 gegen Servette FC lief der Österreicher wieder auf – und das, als hätte er nie Pause gehabt.

Das comeback, das keiner erwartet hatte

Mitte Dezember, Kreuzbandprobleme, Saison vorbei, dachte man. Doch am Sonntag stand er wieder auf dem Rasen. Eingewechselt nach 30 Minuten für den verletzten Becir Omeragic. Kein Zögern, kein Zittern. „Ich hatte keine Schmerzen mehr“, sagt er nach dem Spiel. „Drei Wochen lang nichts. Kein Pieps. Dann war klar: Wenn ich sprinten, schießen, tackeln kann, warum warten?“

Die Mediziner hatten zwar noch Bedenken, aber Daniliuc ließ sich nicht bremsen. „Wir haben gesessen – Physios, Ärzte, ich. Die Frage war: Was traust du dir zu? Ich sagte: Alles. Risiko klar, aber ich wollte raus aus der Reha, rein ins Spiel.“

„Ich bin bei 110 prozent – mindestens“

„Ich bin bei 110 prozent – mindestens“

Was folgte, war kein gewöhnlicher Joker-Einsatz. Daniliuc spielte, als hätte er Urlaub gemacht – nicht Verletzungsurlaub. „Körperlich bin ich besser als vor der Pause. Ich habe hart gearbeitet, wurde nicht faul. Die Knie sind stabil, die Beine frisch. Ich fühle mich wie neu gebaut.“

Ein Satz, der vielen Profis nach Monaten Pause nicht über die Lippen kommt. Bei ihm klingt’s nicht nach Show, sondern nach Messwerten. Die Daten aus der Leistungsdiagnose bestätigen: anaerobe Schwelle hoch, Sprintwerte knackig, Herzfrequenz stabil. Kein Wunder, dass die Basler Defensive nach seinem Eintritt sofort ruhiger wirkte.

Basel profitiert – und der nationalteamskalender rückt näher

Basel profitiert – und der nationalteamskalender rückt näher

Mit Daniliuc zurück gewinnt Basel nicht nur einen Verteidiger, sondern auch eine Anspielfstation im Aufbau. Sein Linksfuß kann Linien sprengen, sein Timing in der Luft ist exakt. Trainer Timo Schultz schwärmt intern von der „Rückkehr des echten Leaders“. Für die Rückrunde, für die Europa-League-Quali, vielleicht sogar für das österreichische Nationalteam.

Denn dort schielt man auf den 24-Jährigen. Länderspielpause im März, zwei Testspiele. „Klar denke ich daran“, gibt Daniliuc offen zu. „Aber erst muss ich hier Leistung bringen. 90 Minuten, drei Spiele in einer Woche. Wenn das klappt, ist alles weitere ein Nebeneffekt.“

Bis dahin heißt es: Training, Spiel, Training. Keine Rückschau, kein „hätte, wenn, aber“. Nur vorwärts. „Ich bin kein Geduldspatient mehr. Ich bin wieder Fußballer. Und das ist der beste Status, den es gibt.“