Dani olmo zieht bilanz: seine harte reise zum stammplatz bei spanien
Dani Olmo hat nie etwas geschenkt bekommen. Auch jetzt nicht, als er zum festen Bestandteil der spanischen Nationalmannschaft gehört. In einem offenen Gespräch über seine Rolle, seine Mitspieler und den bevorstehenden Viertelfinal gegen Belgien zeigt der Offensivspieler, dass er jeden Moment auf dem Platz wie einen Kampf um Anerkennung betrachtet.
Der ewige beweiszwang
„Es war schon immer mein Leben, meine Karriere“, sagt Olmo über seinen Weg zum Stammplatz. Er musste sich durchsetzen. Immer wieder. Der Leipziger Mittelfeldspieler legt sich selbst den höchsten Maßstab an: „Wenn es Zweifel gibt, muss ich es erneut beweisen. So habe ich es immer gemacht.“ Diese Mentalität prägt seinen Ansatz. Statt über seine Leistungen zu lamentieren, konzentriert er sich auf den nächsten Beweis. Der nächste Pass. Das nächste Tor.
Was ihn als Mediapunta besonders reizt, ist das Spiel zwischen den Linien. „Ich liebe es, mit meinen Mitspielern zu kombinieren und Räume zu lesen, sie zu provozieren“, erklärt er. Pedri und Lamine Yamal nennt er dabei explizit als Spieler, die ihm den Ball in jeder Situation anspielen können.

Die chemie mit dem wunderkind
Über Lamine Yamal schwärmt Olmo in Superlativen. „Ich sehe ihn gut, mit mehr Selbstvertrauen“, sagt er. Die Verbindung zwischen den beiden sei auf dem Platz sichtbar – mit und ohne Ball. „Er ist ein Spieler, der uns viel gibt und noch viel mehr geben wird.“ Selbst wenn der 16-Jährige nicht trifft, entfesselt er Chaos. „Wenn er den Ball bekommt, schickt die gegnerische Mannschaft zwei oder drei Spieler zu ihm. Das öffnet Räume anderswo.“
Diese Aufmerksamkeit für Yamal offenbart Olmos Spielverständnis. Er sieht nicht nur den direkten Gegenüber, sondern das gesamte geometrische Muster des Feldes.

Pedri als geheime waffe
Bei Pedri wird Olmo fast poetisch. „Es ist ein Spektakel, ihn zu sehen, beim Training und im Spiel. Jedes Mal, wenn ich ihn beobachte, wirkt er spektakulär.“ Die Präsenz des Barcelona-Spielers verleihe der Mannschaft einen zusätzlichen Schub. „Wir müssen ihn haben. Er ist unverzichtbar.“ Diese Einschätzung unterstreicht die hierarchische Struktur im spanischen Mittelfeld – eine Welt, in der Olmo sich behaupten muss.
Die nullnummer als kollektivleistung
Spanien hat die gegnerische Torwart-Tür in 35 aufeinanderfolgenden Spielen verschlossen. Ein historischer Rekord, den Unai Simón für sich verbucht. Olmo verteilt die Lorbeeren bewusst breit: „Wir sind ein Team, das alle angreift und alle verteidigt.“ Trainer Luis de la Fuente predige, dass der erste Verteidiger der Stürmer sei. „Aber es ist spektakuläre Arbeit der Abwehr und von Unai.“
Diese Geschlossenheit sieht Olmo als entscheidenden Faktor für Turniererfolge. „Die Spiele werden manchmal in den letzten Minuten entschieden. Dann sind diejenigen dran, die von der Bank kommen.“ Die Gruppendynamik, so betont er, mache jeden Spieler wichtig. Alle ziehen an einem Strang.
Blick auf belgien
Vor dem Viertelfinal am Freitag nimmt Olmo die Gegner genau unter die Lupe. „Sie haben einen der besten oder den besten Torwart der Welt“, sagt er mit Blick auf Thibaut Courtois. Belgien habe sich in der Runde zuvor zurückgekämpft, besitze entscheidende Individualisten. „Wir müssen aufpassen.“
Dabei bleibt der Fokus strikt auf dem nächsten Spiel. Halbfinale? Finale? Weltmeistertitel? „Unser Ziel ist nicht, das Viertelfinale zu überstehen“, stellt Olmo klar. „Es ist, die Weltmeisterschaft zu gewinnen.“ Der erste Schritt heißt Belgien. Alles andere existiert noch nicht.
