D'angelo: vom wg-leben zum wm-traum – kann sie deutschland ärgern?
Bremen, Seestadt Aspern – Chiara D'Angelo, die geborene Kärntnerin, hat sich im hohen Norden ein Leben aufgebaut, das so skurril wie erfolgreich ist. Zwischen WG-Partys mit ihrer Mitbewohnerin, der selbsternannten „Messi mit Handschuhen“ Mariella El Sherif, und herausragenden Leistungen in der Bundesliga-Saison, träumt sie nun von einer Überraschunggegen den deutschen Fußball-Giganten.
Der nordderby-rausch und die herzensmenschen
Der 4:2-Heimsieg gegen Frankfurt, das frenetische 2:0 im Nordderby gegen den HSV vor 37.000 Zuschauern – D'Angelo spricht von einem „Tunnelgefühl“. „Da war ich voll im Tunnel und habe das erst nachher realisiert. Ein Wahnsinn, dass die Männer das hier jede Woche erleben dürfen“, so die 24-Jährige. In Bremen hat sie nicht nur sportlich Wurzeln geschlagen, sondern auch „schon mehrere Herzensmenschen kennengelernt“, darunter ihre WG-Mitbewohnerin El Sherif.
Die beiden kennen sich schon seit vielen Jahren aus dem DFB-Nachwuchs, teilten Abenteuer bei der U-19-EM in Belgien (2023) und der U-20-WM in Kolumbien (2024), wo D'Angelo als Kapitänin ihr Team anführte. Doch während auf dem Platz eine enge Freundschaft und gegenseitiger Respekt herrschen, gilt es nun, im Nationalteam gegen ein starkes deutsches Ensemble anzutreten.

Öfb-campus und die chance gegen den favoriten
Die Vorbereitung auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Deutschland läuft am neuen ÖFB-Campus in der Seestadt Aspern optimal. „Wir können hier hervorragend trainieren, bekommen gutes Essen, haben keine weiten Wege und auch Zeit, zu regenerieren“, schwärmt D'Angelo. Die Atmosphäre im Team ist entspannt, die Zielsetzung klar: „Wir sind die Underdogs, das mag ich.“
Die Nominierung von Larissa Mühlhaus vom DFB-Team hat D'Angelo zum sofortigen Absetzen eines Gratulierungstelefonats veranlasst. „Ich habe ihr gleich geschrieben und gratuliert. Ich freue mich sehr, dass wir uns in Nürnberg sehen werden“, so D'Angelo, die mit El Sherif und Sarah Gutmann das werder-Quartett im ÖFB-Team bildet. D'Angelo selbst überzeugt mit ihrer Flexibilität und Einsatzzeit – mit 1.742 Minuten nach Michelle Ulbrich die drittmeisten Minuten in der Bundesliga für Werder.
Die Entscheidung, nach Bremen zu wechseln, hat sich für D'Angelo ausgezahlt. „Wir gehen immer besonders gut eingestellt und kompakt in die Spiele.“ Die „Derby-Vibes“, die sie bereits aus ihrer Zeit in Hoffenheim kennt, sind ein willkommener Bonus.
Das Duell gegen Deutschland wird zeigen, ob die österreichische Nationalmannschaft die Überraschung des Jahres gelingen kann. D'Angelo und ihr Team sind bereit.
