Dänemark kommt nach köln: deutsche handballer jagen den endspiel-fluch
Köln wird zur Schneise, in der die deutsche Handball-Nationalmannschaft am 17. Mai einen zehn Jahre alten Fluch beenden will. Gegner ist der unangefochtene Herrscher des Sports: Welt- und Europameister Dänemark, Träger aller drei großen Titel, zuletzt Olympiasieger von Paris. Anpfiff 15.30 Uhr, Lanxess-Arena, 19.500 Plätze – und ein Gedröhn, das sich seit 2016 nicht mehr zugunsten der DHB-Auswahl entlud.
Die Partie ist mehr als ein Test. Sie ist die Neuauflage zweier Endspiele, die deutsche Träume in Kristall zerspringen ließen: Olympia 2024, EM 2026. Beide Male siegte Dänemark, beide Male stand die deutsche Abwehr wie ein Kartenhaus im Sturm. Nun also die Rache in der „Kathedrale des Handballs“, wo 2007 zuletzt ein WM-Titel an Deutschland klebte. Der frühe Nachmittagstermin ist kein Zufall: Familien sollen kommen, Kinder sollen sehen, wie sich ein Jahrhundertgegner anfühlt.

Mark schober warnt: „für die wm wird’s eng“
„Wir freuen uns riesig, dass wir unseren Fans solch einen Kracher gerade in Köln anbieten können“, sagt DHB-Vorstandschef Mark Schober. Hinter dem Satz steckt ein Problem: Die Heim-WM im Januar 2027 wird ebenfalls in der Lanxess-Arena gespielt – und die Tickets sind längst zur Legende. „Bei der WM gibt es aufgrund der hohen Nachfrage aktuell kaum noch Kapazitäten.“ Wer jetzt gegen Dänemark dabei ist, hat schon mal einen Fuß in der Zukunft.
Die Zahlen sind brutal. Zehn Jahre, 14 Pflichtspiele, kein Sieg gegen die Skandinavier. Die Trefferquote im direkten Vergleich: 34 Prozent für Deutschland, 42 für Dänemark. Die Ballverluste: 98 gegen 63. Die rohen Daten sprechen eine Sprache, die kein Trainer schönreden kann. Alfred Gislason wird deshalb auf Julian Köster setzen, den Linksaußen, der in der Bundesliga 127 Tore schoss – und genau die Lücke sucht, die Mikkel Hansen in der Defensive reißt.
Die Arena selbst ist ein Charakter. 2007 jubelte Henning Fritz, heute steht Andreas Wolff im Kasten. Zwischen den Pfosten liegt ein Bogen aus Enttäuschungen, den nur ein Sieg am 17. Mai sprengt. Die Karten gehen am Freitag in den Vorverkauf – und sind nach 90 Minuten vermutlich nur noch auf dem Sekundärmarkt zu haben. Denn wer einmal erlebte, wie Dänemark in der letzten Sekunde traf, weiß: Rivalität hat hier einen Namen, der sich nicht aus der Stadt schreiben lässt.
