Cunningham-rauswurf entzaubert nba-65er-regel: „verletzt spielen lautet die devise“

Cade Cunningham war auf dem Weg in die A-NBA-Gala, doch ein Lungenkisch und die Zahl 61 zerstören den Traum. Die 65-Spiel-Schwelle der Liga verweigert dem Pistons-Spielmacher jede Trophäe, obwohl seine Saison die beste seiner Karriere war.

Jb bickerstaff zündet nächste kritikstufe

„Eine ernste Verletzung darf keine Disqualifikation sein“, donnerte Detroits Coach nach dem 120:111 gegen Orlando. Die neue Regel, die 2023 eingeführt wurde, um Load-Management einzudämmen, trifft nun genau den, der nie Pause nahm – bis sein Körper es ihm abverlangte. Cunningham fehlte in den letzten Wochen wegen eines kollabierten Lungenflügels, Spiel 62 wird nicht mehr stattfinden.

Die Liga wollte Stars schützen, doch erreicht hat sie das Gegenteil: 17 Spiele Auszeit sind erlaubt, danach droht der Award-Ausschluss. Die Logik dahinter: Wer nicht spielt, kann auch nicht geehrt werden. In der Praxis heißt das: Spieler stapfen angeschlagen über das Parkett, um die Marke zu knicken. „Niemand sollte das Gefühl haben, verletzt spielen zu müssen“, wettert Bickerstaff. Seine Warnung: Das System verbiegt Trainingspläne, verzerrt Wettbewerb und treibt Athleten in die nächste Verletzung.

Die Betroffenenliste liest sich wie das Who-is-Who der Liga: Joel Embiid, LeBron James, Stephen Curry – allesamt außer Konkurrenz. Nikola Jokic und Victor Wembanyama schwanken auf der Kippe, dürfen nur noch ein beziehungsweise zwei Mal zuschauen. Die Folge: MVP-Diskussionen ohne den besten Center, Defensive-Teams ohne den besten Shot-Blocker.

65 Wird zur glückszahl mit schattenseite

65 Wird zur glückszahl mit schattenseite

Cunningham selbst schwieg, während seine Kollegen auf Twitter Solidarität zeigten. Die Spielergewerkschaft NBPA will die Klausel im nächsten Collective Bargaining Agreement neu verhandeln, doch bis dahin bleibt die Regel ein scharfes Schwert, das vor allem die jungen Stars trifft, die gerade erst die Kurve nach oben nahmen.

Die Pistons verlieren nicht nur ihre Leitung, sondern auch die Hoffnung auf prestigeträchtige Preise, die Tickets für Supermax-Verträge und Hall-of-Fame-Chancen. Für Cunningham heißt es nun: Playoffs oder nicht – die Saison ist in Sachen Ehrung gelaufen. Die NBA aber verliert etwas anderes: Glaubwürdigkeit, wenn Gesundheit gegen Statistik aufwiegt.

Die Ampel steht auf Rot – und die Uhr läuft weiter. Wer bis April nicht 65 Mal durchs Ziel lief, fliegt raus aus der Gala. Die Liga wollte Verlässlichkeit, kassiert aber ein Bild von Zwang. Die 65er-Regel ist kein Schutz, sondern ein Spiegel: Sie zeigt, wie schnell Leistung zur Pflicht wird, wenn Zahlen über Körper herrschen.