Crunchtime-krimi in der max-schmeling-halle: alba berlin besiegt würzburg mit 71:68 in letzter sekunde
Die Ampel war schon auf Gelb, die Uhr tickte runter – und dann war da plötzlich Jonas Mattisseck, der Mann, den Alba in den vergangenen Wochen fast schon abgeschrieben hatte. Fünf Sekunden vor dem Ende verwandelte er zwei Freiwürfe, und die 7.388 Fans in der Max-Schmeling-Halle explodierten. 71:68, die Berliner gewinnen das Verfolgerduell gegen Würzburg und bleiben damit hartnäckig auf den Fersen des FC Bayern München.
Moses wood trägt, aber mattisseck trifft
17 Punkte steuerte Moses Wood bei, Justin Bean legte zwölf drauf – doch am Ende zählte nur noch der 24-jährige Guard aus Halle. „Wir haben die ganze Woche daran gearbeitet, ruhig zu bleiben, wenn der Druck am größten ist“, sagte Trainer Pedro Calles, der erneut auf seine beiden verletzten Point Guards Martin Hermannsson und Bennet Hundt verzichten musste. „Jonas hat bewiesen, dass er diese Ruhe besitzt.“
Doch der Sieg war alles andere als glatt. Bereits im ersten Viertel lagen die Berliner 18:28 zurück, weil selbst freistehende Würfe wie Blei vom Ring prallten. Die Defense stand, die Offense stotterte – ein Muster, das sich durch die ganze Partie zog. Alba antwortete mit einem 8:0-Lauf, doch Würzburg blieb zäh. Zweimal glichen die Gäste aus Franken aus, zweimal übernahm Alba wieder die Führung. Ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, bis die letzten fünf Sekunden alles entschieden.

Die max-schmeling-halle bebt – und der zweite platz ist sicher
Mit dem Sieg festigt Alba Platz zwei in der Bundesliga und distanziert Würzburg nun auf vier Zähler. Die Münchner sind noch neun Punkte entfernt, aber das Rennen ist längst nicht entschieden. „Wir wissen, dass wir noch viel Luft nach oben haben“, sagte Wood nach dem Spiel. „Aber wenn wir so kämpfen wie heute, haben wir eine echte Chance.“
Die nächste Herausforderung folgt bereits am Freitag in Ulm. Dann will Alba beweisen, dass diese Nervenstärke kein Einmalakt war. Für Würzburg bleibt die Erkenntnis: Auch mit großem Herzen reicht es nicht, wenn der Gegner in den letzten Sekunden einfach kühler ist.
