Cremonas serie-a-traum ist aus: fiorentina schickt grau-rot in die abstiegskurve
Ein 1:4 zu Hause gegen die Fiorentina – das war kein Ausrutscher, das war die Ohrfeige, die Cremonese endgültig wachrüttelte. Nach 14 Punkten aus den ersten neun Spielen folgten jetzt vier Niederlagen in Serie, die letzte Pflicht-Sieg-Party datiert auf den 7. Dezember 2025. Die Folge: Die Geschäftsstelle schaltete auf Krisen-Modus, Trainer Davide Nicola steht auf Abruf.
Die Statistik ist gnadenlos. Seit über drei Monaten wartet die Mannschaft auf einen Dreier, in den letzten vier Partien kassierte sie neun Gegentore und schoss nur eins. Die Tabelle lügt nicht: Mit 21 Zählern liegt Cremonese nur noch zwei Punkte über dem Strich, der Abstiegsrechner beginnt zu summen. Präsident Paolo Rossi ließ am Montag mehrere Krisensitzungen anberaumt werden – Thema: Sofortmaßnahme oder Systemwechsel.

Giampaolo soll die notbremse ziehen
Der Name, der durch die Gänge des Giovanni Zini schwappt: Marco Giampaolo. Der 57-Jährige kennt die Grau-Roten aus der C-Saison 2014/15, damals führte er Cremonese zur sicheren Mittelklasse. Nach dem jüngsten Rettungsjob in Lecce gilt er als Feuerwehrmann deluxe. Vereinsinterne Kreise sprechen von „romantischer Rückkehr mit taktischer Knallwirkung“. Entscheidung binnen 48 Stunden, lautet die Devise.
Nicola selbst nimmt die Kritik mit Soldatengerade entgegen: „Wenn ich der Sündenbock sein soll, bleibe ich trotzdem bis zum Schluss.“ Doch die Rhetorik nützt wenig, wenn die Punkte nicht folgen. Nach dem Schlusspfiff gegen Florenz rastete Jakub Jankto vor laufender Kamera aus, sein „Sei un ce“-Spruch gegen den Coach ging viral. Die Kabine zittert.
Was niemand laut sagt: Der Kader ist nicht schlechter als letzte Saison, aber die Marschroute ist weg. Beinahe jeder Ballverlust endet in einem Konter, die einstige Pressing-Maschine wirkt wie durchpumpt. Die restlichen neun Spiele bieten keinen Spielraum mehr – direkte Duellen gegen Cagliari, Empoli und Udinese entscheiden über Schicksal und Millionen.
Die Fans haben die Rechnung gemacht: Bei sieben Punkten aus den letzten neun Partien wäre der Klassenerhalt wahrscheinlich. Die Summe klingt machbar, doch wer Cremonese zuletzt sah, weiß, dass da ein Selbstvertrauen fehlt, das man nicht mal eben aus der Umkleide holt. Der Countdown läuft, die Uhr tickt lauter als im Stadio Zini je ein Gong.
Am Freitag gastiert Cremonese bei Atalanta – ein Ort, an dem Träume normalerweise sterben. Wenn Giampaolo bis dann das Zepter übernimmt, muss er nicht nur Taktik pauken, sondern erst mal Seelen flicken. Sonst wird der Abstieg nicht nur wahrscheinlich, sondern zur Gewissheit. Die Serie B grinst bereits – und sie hat schon Plätze frei reserviert.
