Courtois' warnung: erschöpfung bedroht wm-titel!
Die Worte von Thibaut Courtois hallen nach: „Es ist nicht einfach, wir kämpfen, und am Ende ist der UEFA und der FIFA das egal. Man spielt zu viele Spiele, und es gibt keine Zeit zum Ausruhen.“ Seine Klage vom Ende 2025 war kein Einzelfall, sondern ein Spiegelbild einer globalen Sorge, die seit Jahren Trainer, Spieler und medizinische Teams weltweit beschäftigt.

Die belastungsgrenze wird überschritten
Die Spirale der Termine zieht sich immer enger zu, das Spielangebot explodiert, und das Gefühl, dass die Athleten an ihre Grenzen stoßen, ist zu einem Dauerthema im Profifußball geworden. Ein kürzlich aufgetaner Artikel über afrikanische Elite-Athleten brachte mich dazu, die Situation noch einmal zu betrachten. Die Philosophie dieser Sportler – hartes Training, optimale Ernährung und vor allem ausreichend Ruhe – ist erfrischend simpel und doch so effektiv.
Victor Jiménez Aransay, ein Physiotherapeut, der seit über einem Jahrzehnt mit Spitzensportlern in Madrid und Miami gearbeitet hat, bringt es auf den Punkt: „Ich glaube, die WM wird nicht vom besten Team oder dem, das am meisten trainiert, gewonnen. Sie wird vom Team gewonnen, das sich am besten erholt.“ Eine provokante Aussage, die aber bei einem Blick auf die Anreise vieler WM-Teilnehmer ins Gewicht fällt.
Die Realität ist brutal: Einige Spieler bestreiten mehr als 50 Partien pro Saison, andere haben internationale Wettbewerbe über mehrere Sommer hinweg hintereinander absolviert – ein ohrenbetäubender Terminkalender, der Körper und Geist auslaugt.
Früher suchte der Fußball nach Spielern, die mehr Kilometer laufen oder besonders geschickt sind. Heute wird nach Athleten verlangt, die eine höhere Belastung und mehr Spiele überstehen können. Das ist ein fundamentaler Unterschied, der die langfristige Leistungsfähigkeit gefährdet.
Aransay betont: „Alles beginnt mit der Erholung. Der Körper verbessert sich eben nur im Ruhezustand. Training ist der Reiz, die Erholung die Anpassung.“ In einem kurzen, intensiven Turnier wie der WM geht es weniger um Leistungssteigerung, sondern vielmehr darum, den aktuellen Leistungsstand zu halten und die negativen Auswirkungen von Ermüdung zu minimieren.
Der Schlaf als Schlüssel zum Erfolg: Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass Leistung ausschließlich vom Training abhängt. Doch der Körper ist eine Maschine, die Wartung benötigt. Und die effektivste Wartung findet im Schlaf statt. Cristiano Ronaldo, der seinen Schlaf als integralen Bestandteil seines Trainings ansieht, ist hier ein leuchtendes Beispiel. „Während wir schlafen, setzt der Körper sein eigenes Reparaturwerk in Gang“, erklärt Aransay. „Es sind diese Stunden, in denen viele Prozesse aktiviert werden, die für die Reparatur von Gewebe, die Regeneration der Muskulatur und die Anpassung an die Belastung verantwortlich sind.“
Selbst kurze Nickerchen, 15 bis 20 Minuten, können die Müdigkeit reduzieren und die Konzentration für das nächste Training oder Spiel verbessern. Ein ignorierter Faktor, der aber in der Spitzensportwelt zunehmend Beachtung findet.
Die Forderung nach Schlafhygiene ist längst kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit. Clubs und Nationalmannschaften beschäftigen mittlerweile Spezialisten für Schlaf, optimieren Reisepläne, Trainingsbelastungen und versuchen, den Einfluss von Jetlags zu minimieren. Denn die Wahrheit ist: Ein müder Kopf trifft schlechtere Entscheidungen, und ein müder Körper ist anfälliger für Verletzungen.
Am Ende des Tages ist es nicht die komplizierteste Trainingsmethode oder die teuerste Technologie, die den Unterschied macht, sondern die einfache Erkenntnis, dass der Körper – und vor allem das Gehirn – Zeit braucht, um sich zu erholen. Die WM wird nicht von denjenigen gewonnen, die am meisten trainieren, sondern von denen, die am besten schlafen.
