Courchevel streicht beide super-gs – odermatt kassiert kugel vom sofa aus

Kein Start, kein Kampf, trotzdem ein neues Kristall-Stück fürs Regal: Marco Odermatt sichert sich die Super-G-Weltcup-Kugel 2025/26, noch bevor er in Courchevel die Skistiefel schnüren durfte. Der FIS riegelte am Sonntag nach dem verschneiten Samstag auch das zweite Rennen ab – Sicherheit geht vor, Pulverschnee macht die Piste unskifahrbar.

Die zahl lautet 158

Die zahl lautet 158

Genau so viele Punkte trennen den Schweizer vom Verfolger Vincent Kriechmayr. Selbst wenn der Tiroler am Finale in Kvitfjell einen Blitzstart hinlegt, bleibt Odermatt außer Reichweite. Viermal nacheinander dominiert er die Super-G-Wertung – ein statistisches Kraftakt, der nur auf Leo Lainer und Hermann Maier folgt, aber an Attraktivität kaum zu übertreffen ist.

Die Absage schlägt Wellen bis nach Garmisch. Simon Jocher schrammte bisher knapp an der Top-25-Marke, nun ist er fix dabei. Für den 24-Jährigen bedeutet das Startrecht in Norwegen eine Art Jungfernfahrt unter Champions – und möglicherweise die Initialzündung für die nächste Saison.

Der Weltcup-Zirkus reibt sich angesichts des Wetterchaos die Augen. Courchevel galt als Ausweichort nachdem Wengen wegen Schneemangels ausfiel – nun wird ausgerechnet hier die weiße Pracht zur Falle. Die Organisatoren sprechen von „historischen Mengen“, Helfer tagelang mit Schneefräsen auf der Piste, doch der nasse Untergrund bleibt instabil. Ein zweites Rennen zu riskieren, hieße mit dem Gesundheit der Athleten zu pokern.

Odermatt selbst reagiert auf Social Media mit einem lachenden Emoji und einem Foto seines Wohnzimmers – die Kugel steht schon auf dem Tisch, mit Blick auf den Zürichsee. Ironie des Sports: Mancher muss bis zum Umfallen fahren, andere gewinnen im Schlaf.

Das Finale in Kvitfjell (21. März) wird trotzdem heiß. Denn der Gesamtweltcup ist noch offen, und der Riesenslalom wartet. Gewinnt Odermatt auch dort, wäre es seine fünfte Serien-Kugel – ein Rekordwert, der selbst die alten Herren vom ÖSV ins Stolpern bringt.

Die Moral von der Geschichte: Wer konstant trifft, braucht kein Finale. Und wer in Courchevel wartet, wartet vergeblich.