Cottbus zittert sich zum 1:1 und bleibt dank engelhardt im aufstiegsgleis

Die Lausitzer haben sich selbst in den Schwitzkasten genommen, aber am Ende doch noch die Rettung gegriffen: Energie Cottbus kam gegen den Abstiegskonkurrenten SSV Ulm nicht über ein 1:1 hinaus, behauptet dank des späten Kopfballtreffers von Maximilian Engelhardt in der 77. Minute aber zumindest Rang zwei.

Ulm tritt cottbus die angst ein

21 Minuten lang lief alles nach Plan, dann schlugen die Schwaben zu. Nach einer sehenswerten Kombination über die linke Seite staubte Ulm-Stürmer Justin Niederer zum 0:1 ab – und plötzlich stand die Stadionwelt still. Die Lausitzer wirkten wie gelähmt, spielten ideenlos quer, statt Dampf zu machen. Ulm verteidigte kompakt, störte früh, machte das Spiel der Hausherren mit einem einfachen Mittel: Angst.

Was folgte, war 55 Minuten lang ein Kraftakt ohne Struktur. Cottbus-Coach Claus-Dieter Wollitz wechselte dreifach, stellte auf Dreierkette um, schrie sich heiser. Doch selbst die Einwechslung von Top-Torjäger Maximilian Poreba brachte zunächst nichts. Die Ulmer Abwehr stand wie eine Betonmauer, Mittelfeldspieler Moritz Hannemann grätschte jeden zweiten Ball weg. Die Lausitzer Fans rasten aus, pfiffen erste eigene Spieler aus – ein seltenes Bild im Stadion der Freundschaft.

Engelhardt köpft die kämpfermentalität zurück

Engelhardt köpft die kämpfermentalität zurück

Die Wende kam aus dem Nichts. Flanke von links, Engelhardt springt höher als jeder Ulmer Innenverteidiger, Kopfball – Ecke. Die zweite Flanke landet wieder beim Verteidiger, diesmal nagelt er das Leder aus fünf Metern unter die Latte. 1:1, 77. Minute, Stadion explodiert. Plötzlich spielte nur noch Cottbus, Ulm wirkte wie ein aufgedunsener Fisch. Die Gäste wehrten sich mit letzter Kraft, doch Cottbus hatte den Schwung. In der 89. Minute klatschte der Ball noch einmal an den Ulmer Pfosten – das 2:1 lag in der Luft, blieb aber aus.

Mit nun 57 Punkten bleibt Energie Cottbus punktgleich mit Tabellenführer Dynamo Dresden, hat aber die direkte Konkurrenz hinter sich gelassen. Das Restprogramm: Osnabrück (A), Dortmund II (H), Münster (A). Drei Finals, eine Frage: Reicht die mentale Stärke, oder platzt der Traum vom alten Bundesliga-Terrain? Die Antwort gibt’s in 270 Minuten Fußball – und in den Köpfen der Spieler.