Cottbus jagt in aachen den funke: wollitz muss auf stammkräfte verzichten
Der Mythos vom torgefährlichen Energie-Cottbus droht zu verglühen. Nach dem 0:0 im Ost-Duell gegen Rostock wartet das Team von Claus-Dieter Wollitz seit 182 Minuten auf ein eigenes Tor – und das, obwohl der Aufstieg nur noch über Angriffslust zu haben ist.

Personalsorgen kurz vor dem knallspiel
Tolga Cigerci, King Manu, Lukas Michelbrink: drei Namen, drei Ausfälle, null Tore. Die Offensive ist dezimiert, die Statistik lautet 1 Treffer im Februar und März – ein Wert, der selbst in der Regionalliga für Rauswurf sorgt. Wollitz redet sich mit „Kompaktheit“ aus, doch die Lausitzer wissen: Punkte in Aachen sind nur mit Doppelschlag zu holen.
Die Rechnung ist simpel. Alemannia-Topscorer Lars Gindorf traf in dieser Spielzeit bereits 20-mal. Cottbus’ komplette Sturmriege zusammen kommt auf 14 Tore. Die Tordifferenz ist das neue Tabellenkriterium, das Entscheidungen fällt – und hier liegt Energie mit +18 gerade noch vor Aachen (+16). Ein Sieg heute Abend würde den Rivalen auf Distanz halten, eine Niederlage könnte die Rheinländer vorbeiziehen.
Im Hinspiel spielte Cottbus noch mit offenem Visier, gewann 3:2. Doch das war vor dem Verletzungspech, vor der Torsperre, vor der Angst, die jetzt mit jedem vergeblichen Pass größer wird. Auf dem Tivoli herrscht seit 14 Jahren ungeschriebenes Gesetz: Wer vor dem 70. Minute kein Tor erzielt, verliert. Die Uhr tickt laut, selbst wenn Anpfiff erst um 19 Uhr erfolgt.
Die letzten zehn Spiele der Saison beginnen heute. Für Cottbus ist jeder weitere Punktverlust ein Schritt Richtung Play-off-Finsternis. Wollitz hat seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 geordnet, doch ohne Cigercis Dribbel und Manus Speed bleibt nur der Weg über Standards. Die Aachener Verteidigung kassierte aus genau solzen Szenen bereits sieben Gegentore – ein winziger Hoffnungsfunken, der die Lausitzer anzünden müssen, bevor die eigene Saison erlischt.
