Cortina verabschiedet paralympics 2026 mit licht- und berg-show

Um 20.15 Uhr Ortszeit fällt der letzte Vorhang: Im Cortina Curling Olympic Stadium endet die zweite italienische Paralympics-Ausgabe mit einer Show, die 70 Jahre alpiner Olympia-Geschichte zusammenführt. Das Eis, auf dem sich noch gestern die Wheelchair-Curling-Steine drehten, wird zur 360-Grad-Bühne für „Souvenir Italiano“, ein Spektakel aus Feuer, LED-Wand und Dolomiten-Panorama.

Das drehbuch: von 1956 zurück in die gegenwart

Angelo Bonello, Licht-Guru aus Brescia, lässt die Tribüne verschwinden. 14 000 LEDs tauchen das Curling-Stadion in Gletscherblau, Projektionen zeigen Cortina 1956, als die Olympischen Spiele noch ohne Paralympics stattfanden. „Wir schließen heute die Lücke“, sagt er im Vorabgespräch. „Die Berge sind unser Protagonist, die Athleten unser Cast.“ Francesco Conticello, Co-Regisseur, choreografiert 480 Freiwillige, darunter 60 Rollstuhltänzer, die sich zu Puccini-Remixes bewegen. Die Kosten: 3,8 Millionen Euro, finanziert vom Region Venet und privaten Sponsoren.

Die Athleten marschieren nicht einfach ab – sie überqueren eine 48 Meter lange Lichtbrücke, die sich in Echtzeit aufbaut und die Zuschauer-Tribüne in die Berge projiziert. Das IOC hat extra eine Ausnahmegenehmigung erteilt: Erstmals dürfen Paralympics-Sieger ihre Medaillen während der Abschlussfeier umhängen. Für Perathoner und Luchini, Italiens Goldjungen im Slalom, wird es der zweite Triumph innerhalb von vier Tagen.

Wer kommt – und wer fehlt

Wer kommt – und wer fehlt

Giorgia Meloni landet um 19.30 Uhr mit Hubschrauber auf dem Pordoi-Pass, kurzer Fußmarsch zur Arena. IOC-Präsident Thomas Bach schickt ein Video, IPC-Chef Andrew Parsons ist live vor Ort. Was fehlt: Russland und Belarus bleiben gesperrt, die chinesische Delegation reist direkt nach Peking weiter. Dafür sind 43 Nationen vertreten, darunter erstmals Haiti mit einem einzigen Athleten im Sit-Ski.

Die Kassen stimmen: Über 220 000 Tickets sind verkauft, ein Drittel davon an Touristen aus Deutschland und Österreich. Die Hotellerie melet Auslastung von 96 Prozent, ein Rekord seit Cortina 1956. ORF und ZDF übertragen live, in Italien sichert RAI 1 4,2 Millionen Zuschauer – das ist fast doppelt so viel wie bei Turin 2006.

Die zukunft beginnt mit einem klick

Die zukunft beginnt mit einem klick

Um 22.00 Uhr löscht Bonello die Lichter, die Flamme erlischt. Doch das Echo bleibt: Die italienische Regierung kündigt sofort 50 Millionen Euro für barrierefreie Skigebiete bis 2028 an. „Wir wollen nicht nur erben, wir wollen erweitern“, sagt Sportministerin Andrea Abodi. Die Athleten fliegen heim, die Berge bleiben – und Cortina hat wieder ein Datum: 2030 steht die Bewerbung für die Jugend-Olympiade an. Die Show endet, die Geschäfte laufen weiter.