Copa-held liceo jagt titel-krönung – igualada will das 22-jahre-märchen perfekt machen

La Coruña zittert. An diesem Freitagabend (20:15 Uhr) rollt der Ball für das Finale der spanischen OK Liga, und HC Liceo steht vor der perfekten Stunde: Pokalsieger, Hauptrunden-Erster, fünf Siege im Play-off, nur eine Niederlage – alles spricht dafür, dass das Acht-Mal-Champion endlich wieder die Meisterschale heben könnte. Doch vor ihm liegt Igualada Rigat, der Außenseiter, der den amtierenden Champion Barça aus dem Turnier geworfen und damit die große Sensation geschafft hat.

22 Jahre nach der letzten final-blamage – igualada will geschichte schreiben

Vergessen Sie die Statistiken. Igualada hat sie ohnehin längst zerrissen. 22 Jahre, seitdem die Arlekinados zuletzt ein Finale erlebten – 2004 verlor man gegen Liceo. 27 Jahre, seitdem sie 1997 zuletzt Meister wurden. Und jetzt? Jetzt sind sie zurück, angeführt von Matías Pascual, der mit 39 Jahren noch immer das Spiel lesen kann wie ein Schachbrett, und dem jungen Arnau Martínez, dessen Reflexe Barças Stars verzweifeln ließen.

Das Viertelfinale gegen Pons Lleida? 2-0 abgehakt. Das Halbfinale gegen Calafell? 3-1, keine Diskussion. Doch das Semifinale war erst der Appetizer. Gegen Barça lagen sie nach Spiel drei mit 1-2 hinten, standen mit dem Rücken zur Wand – und schlugen zurück. Zwei Siege in Folge gegen die Maschine aus Barcelona. Das ist kein simplices „Cinderella-Story“, das ist pure Eiswürfel-in-der-Sonnenfinsternis-Kühlheit.

Liceo: der ewige zweite bekommt die chance seines lebens

Liceo: der ewige zweite bekommt die chance seines lebens

Juan Copa weiß, was Normalität bedeutet: 14 Finalteilnahmen seit 2009, nur Barça war häufiger. Dennoch: zwei Meisterschaften in 17 Jahren. Für ein Team, das sich selbst auf Augenhöhe mit Barça sieht, ist das eine schmale Ausbeute. Diesmal aber fehlt der große Rivale. Diesmal spielen die ersten beiden Spiele in La Coruña. Diesmal fühlt sich alles wie ein Geschenk an.

Die Zahlen? Fünf Siege im Play-off, nur eine Niederlage. Die Formkurve? Seit Wochen auf Maximum. Die Stimmung? „Wir haben die Kontrolle“, sagte Copa nach dem Halbfinal-Sieg gegen Calafell, und seine Spieler nickten nicht, sie bissen sich auf die Zunge – weil sie wissen, dass Reden billig ist und Igualada gerade bewiesen hat, dass Favoriten nur auf dem Papier stehen.

Best-of-five beginnt mit sprengstoff

Best-of-five beginnt mit sprengstoff

Freitag, 20:15 Uhr, Pazo dos Deportes de Riazor. Liceo hat Heimrecht, Igualada die Freiheit des Außenseiters. Spiel eins und zwei in Galicien, drei und vier – falls nötig – in Katalonien. Ein fünfter und alles entscheidender Showdown würde wieder in Riazor stattfinden. Die Serie kann in fünf Tagen vorbei sein oder sich über zwei Wochen ziehen. Liceo will die Machtfrage sofort klären. Igualada will die Spannung aufrechterhalten, bis niemand mehr atmen kann.

Wer gewinnt? Liceos Erfahrung oder Igualadas Hunger? Copa oder Muntané? Pascuals Routine oder Llanes’ jugendlicher Übermut? Die Antwort liegt nicht in der Formtabelle. Sie liegt auf 40 mal 20 Meter Kunststoff, wo in wenigen Stunden die erste Schicht Eis geschmolzen wird.

Und eine Sache ist klar: Der Champion kommt ohne Barça – das passiert so selten wie eine Sonnenfinsternis über La Coruña. Wer jetzt nicht zusieht, verpasst vielleicht das Hockey-Spiel des Jahrzehnts.