Conte oder allegri? italiens nationalteam braucht mehr als einen supercoach
Fabio Capello zieht die Schublade auf. „Antonio wüsste sofort, was ihn erwartet. Max lernt schnell und hat das diplomatische Feingefühl.“ Dann kommt der Satz, der die Debatte über die neue Nazionale-Ara auf den Punkt bringt: „Aber ohne einen richtigen Block, der aus einem Club kommt, wird’s nichts.“
Conte und allegri: zwei manager, ein problem
Die Zahlen sind schonungslos. Allegri hat sechs Scudetti auf dem Konto, Conte fünf – plus die Premier League mit Chelsea. Nur Ancelotti und Mancini stehen in der ewigen italienischen Rangliste noch darüber. Doch der Job als Commissario Tecnico ist kein Klubposten mit täglicher Hand-an-der-Maschine, sondern eine 90-Tage-Kampagne alle zwei Jahre. „Man trainiert nicht mehr, man managt Persönlichkeiten“, sagt Capello, der England und Russland zur WM führte.
Beide Kandidaten sind noch vertraglich gebunden: Conte in Neapel, Allegri in Mailand. Die Ausstiegsklauseln sind astronomisch, die Ablösesummen ein Politikum. Doch das ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist die Frage: Wer liefert den Kern für eine neue Squadra Azzurra?

Der block, der nie kam
2021 schickte Mancini eine Truppe ins EM-Finale, die aus neun verschiedenen Vereinen stammte. Das mag romantisch klingen, war aber auch der Grund, warum das Team nach 120 Minuten gegen England ohne Idee war. Capello fordert jetzt das Gegenteil: „Ein Club muss die Seele stellen, so wie Juve 2006 oder Inter 2010.“
Die Realität bissig: Kein italienischer Verein schaffte in dieser Saison das Viertelfinale der Champions League. Die besten Spieler sind verstreut – und alt. Donnarumma ist mit 25 schon Dinosaurier der neuen Generation. Ein Block? Fehlanzeige.
Conte würde sofort das 3-5-2 einführen, das er in Bari, Turin und London perfektioniert hat. Allegri würde flexibel bleiben, sich anpassen, vielleicht sogar ein 4-3-3 mit Chiesa rechts und Zaniolo links riskieren. Beide wissen: Ohne einen gemeinsamen Nenner bleibt Italien das Turniermannschaft, das gegen Nordmazedonien ausschaltet.
Die Entscheidung fällt nicht im Sommer, sondern schon bei der Nations-League-Auslosung im September. Dort trifft Italien auf Frankreich und Belgien. Wer dort punkten will, braucht nicht nur einen Trainer, sondern eine DNA. Capello zieht den Schlussstrich: „Conte oder Allegri – egal. Hauptsache, hinter ihnen steht ein Klub, der lebt.“ Die Uhr tickt. Die Qualifikation für die WM 2026 beginnt in 14 Monaten.
