Como stürmt die serie a – kann der underdog-traum wahr werden?
Milan, Turin, Rom, Neapel – diese Namen prägten jahrzehntelang die italienische Fußballlandschaft. Ein Dreißigjähriges Jubiläum der letzten Nicht-Top-Klub-Meisterschaft der Sampdoria hat die Frage aufgeworfen: Ist die Vormachtstellung der etablierten Kräfte in der Serie A unumstößlich? Die jüngsten Leistungen des Como zeigen: vielleicht doch nicht.

Ein unerwarteter herausforderer entsteht
Während die Diskussionen über die Superliga und die vermeintliche Unmöglichkeit für kleinere Vereine, mit den Schwergewichten der Liga mithalten zu können, anhalten, präsentiert sich Como als ein Leuchtfeuer der Hoffnung. Anders als viele andere Klubs, die in der Vergangenheit als kurzlebige Phänomene verschwanden, scheint Como ein solides Fundament aufgebaut zu haben. Die Kontinuität im Trainerstab – mit einem Ausnahmentrainer, der sogar Angebote aus der europäischen Spitze ablehnte – und die finanzielle Stabilität eines außergewöhnlichen Besitzers sind hierbei entscheidende Faktoren.
Was niemand so recht wahrhaben will: Como ist der einzige Verein unter den Top Acht, der seit drei Jahren an seinen Spielern festhält. Das spricht Bände über die strategische Ausrichtung des Klubs. Es ist kein Märchen, kein zufälliges Glückstreffen, sondern ein durchdachter Plan, der sich langsam, aber stetig entfaltet. Der Vergleich zur Sampdoria der 90er Jahre liegt nahe, doch die finanzielle Basis und das langfristige Projekt in Como wirken deutlich stabiler.
Fabregas' Leistung im letzten Spiel war dabei nur der Höhepunkt einer beeindruckenden Entwicklung. Seine spielerische Klasse und sein unbedingter Wille, sich ständig zu verbessern, spiegeln die Mentalität des gesamten Teams wider. Die Mannschaft verkörpert den Glauben daran, dass man auch gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner bestehen kann. Die Zahlen lügen nicht: Como hat die wenigsten Gegentore der Liga und eine der höchsten Punktzahlen pro Spiel.
Die Serie A könnte sich also tatsächlich in einer Zeitenwende befinden. Die Dominanz der traditionellen Top-Klubs wird in Frage gestellt, und ein neuer Stern am Fußballhimmel scheint aufzusteigen. Ob Como tatsächlich die Meisterschaft gewinnen kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Underdog-Traum lebt – und er ist gefährlicher als viele Experten bereit sind, zuzugeben.
