Como jagt champions-league-ticket, pisa zittert ums überleben – sonntag kommt die zitterpartie

Am Sonntag, 22. März, 12.30 Uhr, treffen beim Como-Pisa am Ufer des Lago di Como zwei Welten aufeinander: Fabregas’ aufstrebende Lombarden (Platz 4, 48 Tore) gegen die toskanischen Angsthasen (Platz 18, 23 Tore). Für Como geht es um den direkten Champions-League-Sprung, für Pisa um den letzten Atemzug neun Punkte hinter Lecce.

Die zahlen, die schreien

Como hat erst fünf Niederlagen kassiert – nur der AC Mailand ist noch resistenter. Pisa hingegen kassierte 49 Gegentore, nur Frosinone und Cagliari sind noch durchlässiger. Die Formkurve: Como seit acht Spielen ungeschlagen, Pisa holte aus den letzten fünf Partien einen miserablen Punkt. Die Buchmacher zahlen auf Heimsieg nur 1,28, ein Pisa-Sieg wird mit 13,00 bewertet – das ist ein Votum gegen den Underdog, nicht nur ein Quoten-Votum.

Doch es gibt einen Haken: Como muss auf Außenverteidiger Ignace Van der Brempt verzichten, der Gelb-Sperre riskiert. Dafür kehrt Anastasios Douvikas zurück, Torschützenkönig der letzten Saison, der mit 2,10 der beliebteste Tipp für das erste Tor ist. Auf der Gegenseite hofft Pisa-Coach Alberto Aquilani auf die Befreiungsschläge von Artur Ionita, der gegen Parma sein erstes Saisontor erzielte – zu spät, wie viele sagen.

Die stimmung am see

Die stimmung am see

Im Stadio Sinigaglia sind 13.500 Tickets bereits weg, die Curva Nord wirbt mit einem Choreo-Countdown: „90 Minuten bis Europa“ steht auf einem riesigen Tuch. Pisa bringt 1.200 Fans mit, die sich in einem Sonderzug quer durch den Apennin quetschen. Die Polizei sperrt die Seepromenade ab, weil befürchtet wird, dass sich enttäuschte Pisa-Anhänger mit Gewalt Luft verschaffen könnten, sollte die Serie-A-Träume endgültig platzen.

Die wahre Frage lautet nicht, ob Como gewinnt, sondern wie hoch. Die Wettanbieter setzen auf 2:0 (5,75) oder 3:0 (8,00). Wer sich traut, kann auf Over 2,5 zu 1,73 bei bet365 setzen – eine Quote, die fast schon frech wirkt, wenn man weiß, dass Pisa in acht der letzten zehn Auswärtspartien mindestens zweimal kassierte. Die einzige Hoffnung der Toskana: Como gewann nur zwei der letzten fünf Heimspiele mit mehr als einem Tor. Kleinigkeit, aber sie ist da.

Kick-off 12:30 Uhr, Sky zeigt live, die Sonne scheint über dem Lario. Wenn der Schiri pfeift, beginnt für den einen der Traum, für den andere der Albtraum. Am Ende zählt nur die Tabelle – und die lügt nicht.