Colts setzen 37,8 millionen auf einen riss – jones bleibt, aber der achilles klafft

Die Colts haben die Anfrage der ganzen Liga gestellt und sich selbst beantwortet: Ja, Daniel Jones ist unser Mann – koste es 37,8 Millionen Dollar, koste es eine Achillessehne. Indianapolis schlägt dem 28-Jährigen den Transition Tag um die Finger, spart gegenüber dem teuren Bruder Franchise Tag sechs Millionen und kauft sich damit ein Ticket für den offenen Markt.

Warum der transition tag ein pokerspiel ist, das indianapolis verlieren kann

Der Trick: Jones darf ab sofort mit jedem anderen Club verhandeln, ein Angebot einholen und auf den Schreibtisch der Colts legen. Dann haben die 72 Stunden Zeit zu sagen: „Wir zahlen mit.“ Oder eben nicht. Sagen sie Nein, laufen sie gegenüber einer Konkurrenz plötzlich ohne Kompensation leer aus – ein Horrorszenario, das in der Front Office-Sprechweise „worst-case comp“ heißt und für den Fan einfach nur „Verein verschenkt Starting-Quarterback“ bedeutet.

Die Rechnung ist schnell gemacht: 37,8 Millionen Dollar für ein Jahr, in dem der Spieler vielleicht nie wieder so schnell aussieht wie zuletzt. Jones warf 2025 in 13 Spielen 24 Total Touchdowns, schlug nur acht Mal in gegnerische Hände und führte Indianapolis auf 8-2-Kurs. Dann riss in Woche 13 die Achillessehne – jene weiße Faser, die für Laufrichtungswechsel und Wurfkraft so wichtig ist wie ein Zündkabel für einen Oldtimer.

Die medizin lacht nicht über millionen

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Knochenbrüche im Bein plus Sehnenriss: Das Duo klingt für Orthopäden wie ein Sturz von der Klippe mit anschließendem Aufprall. Die übliche Rückkehrzeit liegt bei neun bis zwölf Monaten, doch die Liste der Quarterbacks, die nach dieser Verletzung ihre Mobilität oder ihre Schnellheit wiederfanden, ist erschreckend kurz. Die Colts setzen also ein Viertel ihrer Salary Cap auf ein Bein, das vielleicht nie wieder so aussieht wie vor dem 24. November 2025.

Dabei hätte Indianapolis mit Alec Pierce eine günstigere Alternative gehabt. Wide Receiver-Franchise Tags kosten nur 27,3 Millionen, doch Pierce muss nun den freien Markt testen. Die Colts haben nur ein Etikett pro Saison, und sie klebten es auf den Mann, der gerade auf Krücken steht.

Die Botschaft an Anthony Richardson ist eindeutig: Noch mal Luft holen, noch ein Jahr warten. Der 2023er First-Round-Pick verlor im Camp den Job an Jones und muss weiter hinter der verletzten Legende darben. Die Frage ist nicht, ob Richardson besser wird – sondern ob er jemals wieder an die Reihe kommt.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob ein Quarterback-hungriges Team wie die Steelers, die Falcons oder gar die Raiders ein Angebot legt, das Indianapolis in die Zange nimmt. Die Colts haben sich entschieden: Ein Risiko statt einer Sicherheit. Die Rechnung kommt im September, wenn Jones entweder wieder ins Licht läuft – oder auf der Tribüne sitzt und 37,8 Millionen Dollar verdient, während seine alte Mannschaft nach einem neuen Führer sucht.