Cobolli-poker: kann krefeld den tennis-star rechtzeitig präsentieren?

Krefeld bangt! Der HTC Blau-Weiß Krefeld hat mit dem italienischen Tennis-Ass Flavio Cobolli einen echten Coup gelandet – doch ob der ehemalige French Open-Finalist am Sonntag tatsächlich in der 2. Bundesliga-Partie gegen den Rochusclub Düsseldorf auflaufen kann, ist höchst fraglich. Der Verein hat sich ambitioniert aufgestellt, die Tickets für das Spiel mit Cobollis Namen beworben, und nun stellt sich die Frage, ob dieser riskante Schachzug sich auszahlt.

Die wimbledon-hürde und der zeitdruck

Cobolli, der bereits von 2019 bis 2021 für den HTC aktiv war, feierte im März sein Comeback am Niederrhein. Sein Sprung in die Tennis-Weltspitze wurde durch den Finaleinzug in Paris besiegelt, obwohl er gegen Alexander Zverev die kurze Freude über seinen Erfolg vergassen musste. Gerade erst hatte er bei Wimbledon bis ins Viertelfinale gestürmt, wo er überraschend deutlich gegen Arthur Fery unterlag. Diese Niederlage wirft nun einen Schatten auf seine Verfügbarkeit für Krefeld.

Trainer Patrick Elias hatte unlängst in der Westdeutschen Zeitung betont, dass der HTC seit Jahren eine der stärksten Mannschaften aufbieten könne. Die Verpflichtung von Cobolli, neben Fabio Fognini, einem weiteren italienischen Topspieler, und Antoine Escoffier, unterstreicht diesen Anspruch. Doch die Formkurve des italienischen Spielers ist derzeit schwer einzuschätzen.

Fognini als plan b – und die erwartungen der fans

Fognini als plan b – und die erwartungen der fans

Um mögliche Enttäuschungen bei den Fans abzumildern, präsentierte der Klub am Dienstag einen weiteren prominenten Namen: Fabio Fognini, ehemaliger Weltranglisten-Neunter, wird ebenfalls für den HTC antreten. Der 39-jährige Italiener, der in seiner Karriere neun Einzel- und acht Doppel-Titel gewann, darunter den Australian Open-Sieg im Doppel, könnte die Lücke füllen, sollte Cobolli ausfallen. Aber auch er ist kein unbeschriebenes Blatt; seine Leistungen in letzter Zeit waren schwankend.

Die Erwartungen an das Team sind hoch, und die Ticketverkäufe wurden maßgeblich durch die Aussicht auf Cobollis Einsatz befeuert. Ein Ausfall des italienischen Superstars kurz vor dem Spiel könnte nicht nur sportlich, sondern auch finanziell schmerzhaft sein. Der Druck auf den HTC ist somit enorm.

„Wir wissen, dass wir seit Jahren die beste Mannschaft von Blau-Weiß Krefeld aufbieten können“, erklärte Trainer Elias. „Ein Flavio Cobolli, ein Fabio Fognini oder auch Antoine Escoffier sind Topspieler. Wenn wir so auflaufen wie geplant, sind wir einfach sehr stark. Aber wie immer liegt die Wahrheit auf dem Platz.“

Die kommenden Stunden werden entscheidend sein. Kann Cobolli seine Reise nach Krefeld rechtzeitig antreten und dem HTC den erhofften Schub verleihen? Oder wird der Verein gezwungen, sich auf Fognini und den Rest des Teams zu verlassen? Die Antwort gibt der Rasen am Sonntag.