Cobolli stürzt aliassime und schreibt italienische paris-saga weiter
Flavio Cobolli hat die Porte d'Auteuil zum Beben gebracht. Der 22-Jährige, der vor zwölf Monaten noch im Challenger-Kreiseisen rangierte, schickte Félix Auger-Aliassime mit 4-6, 6-4, 6-4, 6-4 nach Hause – und bescherte Italien schon jetzt den zweiten Finalisten in Folge bei Roland Garros.
Ein match, drei stunden, vier sätze pure intensität
Die Zahlen lügen nicht. 45 Winners, nur 22 unerzwungene Fehler, ein Return-Game, das Aliassime wie ein Albtraum erschien. Und das alles unter dem geschlossenen Dach von Court Philippe-Chatrier, jener Kulisse, die normalerweise dem Kanadier Tribut zollt. Cobolli nutzte jeden Quadratzentimeter, presste den Ball früh, zwang Aliassime zu riskanten Linien. Als der letzte Vorhand-Pass vorbei zischte, sank der Weltranglisten-14. auf die Knie – nicht aus Erschöpfung, sondern aus purem Staunen über sich selbst.
Die italienische Delegation tobte. Der Davis-Cup-Held von Bologna hatte seinen nächsten Schritt auf dem Weg zur Elite gemacht. Top-10 nähert sich mit jedem Schlägerball, aktuell liegt er in der Live-Weltrangliste bereits vor Alexander Bublik. Doch der Blick geht weiter.

Zverev steht plötzlich allein da
Mit Aliassimes Aus schrumpfte das Feld der Top-Ten-Überlebenden auf eine einzige Konstante: Alexander Zverev. Der Deutsche, geläutert von acht verlorenen Endspielen in Serie, trifft nun auf Jakub Mensik – einen 19-Jährigen, der die Pariser Ziegelstaub-Fabel gerade selbst schreibt. Der Revolverblatt-Check: Zverevs Rückhand-Loch ist noch immer offen, seine erste Aufschlagquote in Runde vier lag bei 54 %. Gegen Mensiks Return-Feuer wird das knapp.
Bis dahin dürfen sich die Mattia-Fraktion unter sich austoben. Berrettini oder Arnaldi – egal, wer gewinnt, Italien hat den Finalisten schon sicher. Die Dolce-Vita-Armada tobt im Village, und Cobolli? Der schläft wahrscheinlich mit dem Schläger unterm Kopfkissen. Morgen wartet die eigentliche Aufgabe.
Und Paris spürt: Diese French Open werden historisch – mit oder ohne Regen.
