Cheyenne loch wirft schlitten hin: olympia-out schwanger, karriere sofort beendet

Die Nachricht kam nicht per Pressekonferenz, sondern via 20-Zeiler: Cheyenne Loch ist schwanger, die Snowboard-WM macht sie links liegen, Karriere-Ende statt Weltcup-Finale. Für die 31-jährige Oberbayerin war das Rennen in Livigno vor wenigen Wochen tatsächlich ihr letzter Tanz – und das ohne Medaille, aber mit positivem Test.

„Mein körper meldet zurück: zu viel“

Die Parallelspezialistin hatte sich eigentlich auf die Saison-Endspiele in Québec und Winterberg vorbereitet. Stattdessen heißt es jetzt: Babypause auf unbestimmte Zeit. „Ich wäre gern noch einmal komplett durchgefahren, aber mein Körper meldet zurück, dass das zu viel ist“, zitiert die BR-Sportredaktion aus einem internen Schreiben. Der Verzicht fällt nicht leicht, doch der Grund ist so groß wie ein Neuanfang.

Loch zählt zu den Dauerbrennern des deutschen Snowboardzirkus. Seit 2011 fuhr sie Weltcups, holte neun Podestplätze, absolvierte sechs Weltmeisterschaften und überstand zwei Kreuzbandrisse sowie chronische Sprunggelenksschäden. 2021 hatte sie sich bereits von der Weltspitze verabschiedet, kehrte 2022 zurück und schaffte in diesem Winter ihre erste Olympiateilnahme – Platz 15, ausreichend, um sich selbst Respekt zu verschaffen.

Verband plant comeback auf schneeflocke statt piste

Verband plant comeback auf schneeflocke statt piste

Für Andreas Scheid, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, ist die Schwangerschaft „der beste Karriere-Grund überhaupt“. Er kündigt an: „Wenn Cheyenne Lust hat, steht ihr bei Snowboard Germany jederzeit ein Trainingsanzug bereit.“ Die Athletin selbst hat schon Coachen probiert – und offenbar Lust bekommen, später Talente zu lotsen.

Für die Verbandsspitze verabschiedet sich mit Loch eine Kämpferin, die stets zwischen Comeback und Verletzung pendelte. Ihre Belastungssteuerung war oft Glücksspiel, doch ihre Startnummer 14 bei Olympia war zugleich Symbol: nie aufgeben, immer wieder aufstehen. Nun tauscht sie Carbon-Board gegen Babybauch, Kantenwinkel gegen Kinderzimmer.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 13 Jahre Weltcup, 142 Rennen, 9 Podeste, 0 Podestkränge bei Großveranstaltungen. Dennoch: Wer Lochs Karriere nur an Medaien misst, verkennt ihre Funktion als Dauerkraft, die deutschem Snowboard Sichtbarkeit verschaffte. Ohne sie gäbe es heute weniger TV-Zeit, kleinere Sponsoringchecks, weniger Mädchen mit Splitboard-Träumen.

Mit sofortiger Wirkung verlässt sie die Startliste, nicht jedoch die Szene. Die Boards bleiben im Keller, die Bindungen werden verstaubt, aber die Erinnerung an ihre Durchhalteparolen bleibt. Snowboard Deutschland verliert eine Athletin, gewinnt aber eine Mutter – und möglicherweise bald eine Trainerin, die weiß, wie man sich nach jedem Sturz wieder aufrichtet.