Chemnitz scheitert in slowenien – eurocup-traum platzt nach 7-minuten-kollaps

Die Niners Chemnitz sind in Ljubljana mit einem Knall gescheitert. Nach zwei harten Vierteln und einer 39:36-Halbzeitführung rissen ihnen im dritten Abschnitt die Lichter aus: 7 Punkte in zehn Minuten, 1/11 Dreier, drei Ballverluste in Serie – das war die Basketball-Version eines Blackouts. Die 8:21-Pleite im dritten Viertel war nicht nur spielentscheidend, sondern auch ein Lehrstück darüber, wie schnell europäische Spitzenteams jede Schwäche kassieren.

Die zahlen, die wehtun

Trainer Rodrigo Pastore sprach hinterher von „einem einzigen Fehler“ – gemeint war das dritte Viertel. Doch die Statistik nagelt die Niners genauer fest: 28 % Feldwurfquote nach der Pause, nur vier Offensiv-Rebounds bei 28 eigenen Misswürfen, 16 Zähler aus 20 Fast-Break-Punkten geschenkt. Amadou Sow trug mit 13 Punkten zwar die Offensive, aber seine 4 Turnover in der zweiten Hälfte halfen Ljubljana, die Transition zu öffnen. Kevin Yebo war mit 11 Punkten und 8 Rebounds der einzige Chemnitzer mit Plus-Minus im positiven Bereich – allerdings nur, weil er das dritte Viertel zur Hälfte auf der Bank verbrachte.

Die Slowenen wiederum schalteten nach dem Seitenwechsel auf einen 2-3-Zone-Trap um, der den Sachsen den Atem raubte. Chemnitz fand keinen Ball-Umschlag, spielte 6 der 7 Minuten ohne freien Wurf und musste zusehen, wie Marko Jeremić mit zwei contested Dreiern die Klinke nach vorne stellte. Arena Stožice, sonst ein Kessel, wurde zur Echo-Kammer – jedes Niners-Gestikulieren hallte als verzweifelte Geste zurück.

Was das aus bedeutet

Was das aus bedeutet

Der EuroCup war für Chemnitz nicht nur Prestige, sondern auch ein Rechnungszahler: 150.000 Euro Prämie für das Erreichen des Achtelfinals plus TV-Gelder, die den Etat der Niners um rund 8 % sprengen. Wegfallen tut auch der Wild-Card-Platz für die kommende Champions-League-Quali, für den ein Viertelfinaleinzug nötig gewesen wäre. Stattdessen droht nun ein Frühjahr voller Rückschläge: In der Bundes liegt Chemnitz nur einen Sieg vor dem Play-down-Platz, und die Rotation um Nike Sibande (Oberschenkelprobleme) wird enger.

Den Spielern steht die Erkenntnis ins Gesicht geschrieben: Ein einziges Viertel kann eine ganze Saison überkippen. Ljubljana feiert, Chemnitz fliegt – und die Slowenen haben bereits die nächste Überraschung angekündigt: „Wir wissen, wie wir Deutsche schlagen“, sagt Center Alen Omić, „das war erst der Anfang.“