Chelseas kreis-chaos: schiri stellt sich mitten rein – rosenior platzt der kragen

London. Ein Kreis, ein Schiri, ein Trainer am Rande der Raserei. Chelsea hat seinen Spielerkreis am Samstag gegen Newcastle wieder zum Mittelpunkt der Premier-League-Premiere erklärt – doch diesmal stand nicht nur die gegnerische Mannschaft daneben, sondern Paul Tierney mitten drin. Der Referee ließ sich von den Blues um sich herum aufstellen, lauschte der Hymne, schmunzelte mit Cole Palmer und wurde prompt zur Zielscheibe.

Rosenior zieht durch: „er soll pfeifen, nicht diskutieren“

0:1, erstes Heim-Desaster der Saison, und was diskutiert Liam Rosenior hinterher? Den Kreis. „Wenn sich Paul mehr auf seine Aufgabe konzentriert, steht es vielleicht 1:0 für uns, weil Palmer den Elfmeter kriegt“, feuert der Chelsea-Coach. TV-Bilder zeigen, dass Palmer in Minute 63 Woltemade tritt, nicht umgekehrt – Pfiff blieb aus. Tierneys Platzierung im Kreis empfindet Rosenior als Provokation: „Wir haben vor dem Spiel extra besprochen, dass der Kreis kein Machtspiel ist. Dann platziert er sich da wie der Star der Show.“

Dabei war der Kreis ursprünglich nur ein internes Reset-Ritual. Die Spieler wollten vor Anpfiff und nach der Pause Sekunden der Geschlossenheit, weg von Außenlärm. Doch je öfter sie sich im Mittelkreis versammelten, desto mehr glich die Aktion einem offenen Mikrofon. Gegnerische Fans buhen, Kapitäne beschweren sich, Schiris nutzen die Bühne. „Wir respektieren niemanden schlechter“, beteuert Rosenior, „aber der Krez zieht Aufmerksamkeit wie ein Magnet.“

Howe lacht weg, tuchel-ära 2.0?

Howe lacht weg, tuchel-ära 2.0?

Newcastles Eddie Howe winkt ab: „Null Relevanz für mich.“ Seine Magpies feiern den ersten Sieg an der Stamford Bridge seit 2012 – und das ohne großes Taktik-Brett. Die Statistik liefert Howe Munition: vier Auswärtssiege in dieser Saison, alle gegen Top-6-Klubs. Chelsea hingegen rutscht auf Platz zehn ab, drei Punkte bis zur Europa-League-Ränge, und der Kreis wird zur Identitätsfrage. „Wir wollten Ruhe, kriegen Shitstorm“, sagt ein Staff-Mitarbeiter anonym. „Nächste Woche probieren wir vielleicht einfach nur noch eine Ecke.“

Die Liga schaut hin, andere Teams kopieren schon. Brighton ließ sich vor dem Spiel gegen Wolves informell ab, Tottenham probierte einen Halbkreis. Die Premier League prüft, ob ein offizielles Regelwerk nötig ist – bislang regiert nur ein ungeschriebenes Gesetz: Wer auffällt, bekommt den Schaumschläger-Stampel. Chelsea hat ihn jetzt erst mal in Dauerpacht.

Am Dienstag wartet das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Barcelona. Kein Kreis wird die Defensive stabilisieren, kein Schiri die Chancen verwandeln. Rosenior flüstert trotzig: „Dann stehen wir eben in Camp Nou im Kreis – und diesmal klappt’s auch ohne Extra-Drama.“ Die Punkte zählen, nicht die Pose. Und wenn der Ball rollt, ist der Kreis nur noch eine Kreidezeichnung auf dem Rasen.