Chelsea-flucht: stamford bridge leert sich nach mayulus 0:3 vor spielende

60 Minuten. So lange brauchte Paris Saint-Germain, um den letzten Rest Stolz aus der Stamford Bridge zu fegen. Als Senny Mayulu das 0:3 erzielte, standen Tausende bereits auf der Treppe Richtung Fulham Broadway – weg von einem Verein, der sich selbst als Weltmeister feierte, aber in der Königsklasse wie ein Aufsteiger wirkte.

Die welle aus blau war keine jubelwelle

Die Bilder gingen um die Welt: Ein Meer von leeren Sitzschalen, dazwischen ein paar verlorene Kinder mit Schals über dem Gesicht und die Pariser, die „Ole“-Rufe anstimmten, als wäre dies ein Trainingsplatz in Poissy. Die BBC kommentierte trocken: Chelsea hat die Gruppenphase vor PSG beendet – und wurde danach mit 8:2 über zwei Spiele zerlegt.“ Die Opta-Statistik nagelt den Verein ans Prangerbrett: Erstmals kassierten die Blues in einem Doppelpack acht Gegentore.

Die Sun spitzte die Feder schon zur Pause: „Blaue Welle: Angeekelte Chelsea-Fans strömen bereits zur Halbzeit raus.“ Was sie mitnahmen? Die Gewissheit, dass der Kampfgeist mit dem Wechselgeld für ein Bier zusammen in der Halbzeitkasse verschwand. Kein Einziger hielt noch die Hand vor den Mund, als Rosenior seine Mannschaft umdisponierte – weil es nichts mehr zu retten gab.

Der schiri pfeift, die leere bleibt

Der schiri pfeift, die leere bleibt

Keine Nachspielzeit. Kein letzter Sturm. Der Unparteiische schickte beide Teams direkt in die Kabine, als hätte er Mitleid mit den Zuschauern, die geblieben waren. Die Independent schrieb: „Der Schiedsrichter macht sich nicht einmal die Mühe, Nachspielzeit anzusetzen – ein Statement ohne Worte.“ Die Daily Mail fragte bissig: „Gibt es eine Brandschutzübung?“ und meinte den alten englischen Spott „Is there a fire drill?“, den Auswärtsfans skandieren, wenn das Stadion leer wird.

Die Trophäe aus dem Klub-Weltpokal? Ein Schmuckstück, das plötzlich wie ein Relikt wirkt. The Sun kontert: „So viel zu Chelsea, dem Weltmeister. Als es wirklich zählte, kriegten sie wieder eine Lektion von Paris.“

Am Ende blieben nur vereinzelte Fans, die das 0:3 verdauten – und ein Verein, der jetzt drei Pleiten in Folge hat. Die Europa-League ruft, doch selbst dort wird man ihnen nicht glauben, dass sie noch zu retten ist. Die Botschaft war laut und schrill: Wer nicht kämpft, fliegt früher raus – und zwar vor dem Schlusspfiff.