Chelsea zieht ins fa-cup-finale – haare ziehen auf dem platz!

London sorgte am Mittwochabend nicht nur für Fußball-Spannung. Während Chelsea sich in einem umkämpften Halbfinalspiel gegen Leeds United mit 1:0 durchsetzte und das Finale gegen Manchester City unter Pep Guardiola erreichte, sorgten wieder einmal unsportliche Aktionen auf dem Platz für Gesprächsstoff: Haare ziehen.

Ein foul, das nicht sanktioniert wurde

Ein foul, das nicht sanktioniert wurde

Dominic Calvert-Lewin entging einer Strafe, nachdem er Marc Cucurella am Haar gezogen hatte. Der Leeds-Verteidiger hatte zuvor den spanischen Außenverteidiger mit einem ähnlichen Griff zu Fall gebracht, ein Vorfall, der durch den VAR überprüft wurde. Das Ergebnis: Keine Verwarnung für Calvert-Lewin. Ein fragwürdiges Urteil, das die Debatte über die Grenzen körperlicher Härte im Fußball neu entfacht.

Es ist kein Einzelfall. Bereits zu Beginn des Monats wurde Lisandro Martínez vom Manchester United für eine vergleichbare Aktion gegen Calvert-Lewin des Feldes verwiesen. Die Diskrepanz in den Entscheidungen der Schiedsrichter ist eklatant und wirft Fragen nach der Konsistenz der Regelauslegung auf. José Barcalá, Trainer des FC Bayern, äußerte sich besorgt: „Es ist etwas, das im Fußball diskutiert werden muss. Salma hat sehr langes Haar.“

Auch in der Champions League der Frauen war ein solches Foul kürzlich Thema. Franziska Kett vom FC Bayern München wurde nach einem Haareziehen an Salma Paralluelo vom FC Barcelona mit der roten Karte vorzeitig vom Platz geschickt. Der Vorfall verdeutlicht die Notwendigkeit einer klaren Linie bei solchen Aktionen.

Die unterschiedlichen Reaktionen sind bezeichnend: Während Barcalá betonte, dass es sich um eine potenzielle Fehlentscheidung handele, da Paralluelo langes Haar trage und eine Absicht beim Ziehen anzunehmen sei, sieht der FC Barcelona die Sache klarer. Alexia Putellas erklärte deutlich: „Wenn Salma Paralluelo sagt, dass Kett sie am Haar gezogen hat, ist das ein Ausschluss.“

Cata Coll, Torhüterin des FC Bayern und Nationalteamkollegin von Paralluelo, meinte: „Ich habe die Aktion nicht gesehen, aber im Video ist deutlich zu erkennen, dass sie ihr die Haare zieht. Es war wahrscheinlich keine Absicht, sondern eher ein Griff nach der Trikot, aber laut Regelwerk ist es ein roter!“

Die Kontroverse zeigt deutlich, dass die Regeln zum Schutz der Spieler, insbesondere bei langen Haaren, dringend präzisiert werden müssen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen des Fußballverbands diese Problematik ernst nehmen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um solche Szenarien in Zukunft zu vermeiden. Denn die Faszination des Sports darf nicht durch unsportliches Verhalten überschattet werden.