Chelsea umwirbt milan-abwehrsäule pavlovic: basel-leihe wird zum premier-league-sprungbrett
Strahinja Pavlovic schlug Zeki Amdouni ins Straucheln, schoss die Serbien-Fans jubelnd in den Nachthimmel – und traf damit direkt vor den Augen von Chelsea-Scouts. Der 23-jährige Innenverteidiger der AC Milan hat in dieser Saison schon viermal eingeschlagen, holte sich gegen Venezia ein Tor plus Assist und zieht nun den Blick der Premier-League-Giganten auf sich.
Der Weg war kurvenreich. Zwischen Februar und Juni 2022 lief Pavlovic noch im Rotblau des FC Basel auf. Zehn Pflichtspiele, kein Sieger, keine Bestätigung. Die Leihe endete, Monaco rief zurück. Viele hielten den damaligen Auftritt für eine Sackgasse. Es war nur eine Umleitung.
Von der super-league in die italische modestadt
Über Salzburg landete der 1,94-Meter-Riese bei Milan. Trainer Paulo Fonseca entdeckte ihn als Linksverteidiger in der Dreierkette, stellte ihn neben Fikayo Tomori und gab ihm Freigabe für Offensivläufe. Das Ergebnis: vier Tore nach 14 Serie-A-Partien, Zweikampfquote von 67 %, 25 klärende Bälle im eigenen Strafraum. Milan liegt zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter Neapel – und Pavlovic ist laut Opta der erste Milan-Verteidiger seit Paolo Maldini, der vor Weihnachten vier Tore schießt.
Die Zahlen wecken Begierde. Chelsea sucht nach einer stabilen, ballspielstarken IV, weil Levi Colwill rechts noch Luft nach oben hat und Axel Disasi in der Build-up-Phase stockt. Pavlovic bringt beides: 86 % Passquote über alle Wettbewerbe, dazu 3,5 Kopfballduelle gewonnen pro 90 Minuten. Kein Wunder, dass Co-Sportdirektor Laurence Stewart den Spieler laut calciomercato.com auf die Shortlist setzte.

Vertrag bis 2028 plus option – milan zieht die klinge
Der Klub hält die Hintertür offen. Pavlovics Kontrakt läuft bis 2028, Milan kann einseitig um ein weiteres Jahr verlängern. Das entspricht einer stillen Ablöseforderung von rund 50 Millionen Euro. Chelsea bezahlte für Disasi 45 Millionen – das Budget ist vorhanden. Doch Milan tut alles, um eine vorzeitige Rückkehr in die Premier League zu verhindern. Stichwort Gehaltserhöhung: aktuell 2,2 Millionen Euro netto, es geht auf 3,5 Millionen plus Boni.
Pavlovic selbst schweigt, lässt Tore sprechen. Nach dem 3:0 gegen Monza schob er die Mikrophone weg, deutete aber auf das Wappen: „Ich fühle mich wohl.“ Trotzdem kennt er die Premier League aus Kindheitstagen – er wuchs mit Videos von Nemanja Vidic auf, spricht fließend Englisch und träumt laut Insider vom Tempo der Insel.
Die nächsten Wochen entscheiden. Milan will ihn fest verankern, Chelsea testet die Windrichtung. Sollte der Transfer zustande kommen, wäre Basel nicht nur Zeuge, sondern stiller Profiteur: In der Leihe vereinbarte man eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent. 5 Millionen Euro für ein halbes Jahr Rotblau – das wäre die teuerste Nachlese der Klubgeschichte.
Der Kreis schließt sich, nur die Liga wird größer. Pavlovic jagt bald nicht mehr in der Serie A, sondern in der Premier League – und Basel kassiert mit.
